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Über mich...
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..gibt es eigentlich gar nicht so viel zu sagen: Jahrgang 1966 bin ich durch einen Freund mit 16 zum eigentlichen
Klettern gekommen. Er hatte sich ein altes Seil seines Vaters geschnappt und los gings. Das das kein Kletter, sondern eigentlich ein Statikseil war, haben wir erst viel später herausgefunden. Damals
hatten wir glaube ich ohnehin mehr Glück als Verstand. Auf die großen Berge wollte ich dagegen schon früher, schon mit 15 schnappte ich mir mein Rad und fuhr damit bis Chamonix, um auf den Mont Blanc zu
steigen. Stieg dann alleine hoch, eine Gruppe Tschechen hatte damals Mitleid mit mir und ich durfte mich dranhängen. Nachts von der Gouter-Hütte aufgebrochen und irgendwann dann kurz vor Morgengrauen bin
ich dann allein irgendwo auf dem Dom de Gouter umgedreht - im Schneesturm! Glück gehabt, die Tschechen kamen dann irgendwann später auch, sie sind auch umgedreht und alle anderen auch. Nur einer, so
haben wir später erfahren, der ist halt nicht umgedreht, irgendwann dann in der Vallot- Hütte erfroren... Sowas schreckte mich früher komischerweise nicht, der Grundstein war. gelegt, ich wollte
klettern lernen! Also zogen wir ein Jahr später mit unserem (Statik-!)Seil los, trainieren für große Ziele. Kopf voll mit Flausen über die großen Touren der Alpen, die wollten wir alle machen. Die
Zinnen-Nordwände, die hatten es mir gleich angetan! Comici, Hasse/Brandler, all die Namen und die Jahre ihrer Begehung kannte ich schon damals wohl besser als die Geburtstage meiner Verwandten! Es hat
dann aber fast noch zehn Jahre gedauert, bis ich mich getraut habe, diese Routen auch zu klettern. Eine lange Zeit, aber - dann doch besser so.
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Bild oben: Große Zinne Nordwand, Dolomiten: Via Comici/Dimai (7)
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Anfang der achtziger Jahre im Frankenjura. Kurt Albert hatte schon längst seine roten Punkte irgendwo hingemalt, an
uns ging das aber ziemlich vorbei, das Eisenzeitalter schlug noch unbarmherzig zu. Ohne eigentlich vom Freiklettern zu wissen, nahmen wir uns vor, möglichst wenig in die Haken zu greifen, wir wollten ja,
wenn wir ins Gebirge mal gingen, gut gerüstet sein. Junge Kletterer sahen wir damals selten, die uns hätten beibringen können, wie man denn eine Route auch ohne Hakenhilfe meistert. Ich kann mich noch
gut an eine Szene erinnern, als ich gerade eine Route im oberen sechsten Grad versuchte “frei” zu gehen (ganz schön schwer, was?). Ich kam am Beginn der schweren Stelle an, hängte die
Karabiner ein (damals zwei übereinander, Express-Schlingen gab es da noch nicht), kletterte drüber als von unten eine Stimme ertönte: “Lang in den Haken (Lang=Greife)”. Die Stelle war
eigentlich schon geschafft, doch plötzlich kamen mir da meine Zweifel: Womöglich ist es hier schwer. Ich bin zurück- geklettert und habe anschließend die Stelle nicht mehr frei klettern können... So
sehr die damalige Hakenschaukelei auch heute belächelt wird - sie wurde zum Rüstzeug für spätere Begehungen in den Alpen. Wer kann heute noch einen Seilschwanz bedienen, weiß, was ein Fifi ist oder weiß,
wie man einen Skyhook richtig belastet? Wir konnten diese Dinge, noch bevor wir einen Sechser richtig klettern konnten...
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Bild oben: Frankenjura, Würgauer Klettergebiet, Nürnberger Turm: Naturfreunderiß (7-)
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Soviel zu Ausflug in die “guten alten Zeiten”, später konnte ich eben immer ein klein wenig mehr und auch der
Frankenjura war nicht mehr nur Trainingsgelände für die Alpen, sondern echter Anspruch, das Tun dort Selbstzweck. Nicht immer! Immer wieder hat es mich in die Alpen gezogen, um “große” Touren
zu machen. Nur habe ich mir inzwischen selbst ein Limit gesetzt: Keine großen Touren mehr um des Namens Willens, kein Abhaken, weil die Route einen Namen hat. Das habe ich zu lange gemacht: Comici an
sämtlichen Zinnen, Hasse/Brandler, Carlesso am Torre Trieste, Laccedelli an der Cima Scotoni und wie sie alle heißen. Geklettert, weil einem eingeredet wurde, daß dies Touren sind, die man eben
machen “muß”. Daß die Routen schön sind und ich sie jederzeit weiter empfehlen würde steht außer Zweifel. Wer sich aber zur Geisel seines von anderen auf sich projezierten Anspruches macht,
wird auch in diesen schönen Routen keine richtige Freude empfinden können. Einen Wendepunkt für mich stellte die Monte Casale Ostwand (Arco) dar. Die fast unbekannte, aber knapp 1200m hohe Wand im
Sarcatal ist weder Genußkletterei noch ist sie in der “Best of Best” Liste der Kletterrouten verzeichnet. Wir haben damals eine neue Route im gesammten Mittelteil gelegt. Eine meiner besten
“Halb”-Erstbegehungen. Kennt keiner, kann man nicht mit angeben. Halb gestorben an Durst und Erschöpfung. Aber schön war es doch. Dies wird für mich auch sicherlich die Zukunft meines
Klettererlebens bringen. Zum Angeben bin ich schon zu alt, das können andere besser. Ihr sollt auf meinen Seiten vor allem Infos und auch ein wenig Unterhaltung finden. Photos von Klettergebieten,
Beschreibungen die auch weiterhelfen und vielleicht auch das eine oder andere Mal eine skurile Geschichte, ohne die der Klettersport nicht das wäre, was er ist - eine Lebenseinstellung.
Viel Spaß auf meinen Seiten
Euer Jürgen
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Impressum: (muß ja jetzt überall
dabei stehen, wer so einen Schwachsinn verzapft)
Jürgen Kremer Burgberg 1 96215 Lichtenfels Tel: 09571/ 75 90 65 e-Mail: webmaster@kletterphoto.de www.kletterphoto.de
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