|
Februar 2012
Wolfgang Wagner in “Rocky’s wunderbare Welt der Schwerkraft”. Um mal ganz ehrlich zu sein -
eigentlich wollte ich ein schönes Bild machen. Das Bild finde ich auch schön. Mit “schön” meinte ich aber eher so die Umgebung. Also Sonne, Strand (gut, das brauche ich nicht unbedingt), aber schön wäre:
Wärme! Aber die gab es im Januar und Februar 2012 nun wirklich nicht im Frankenjura. Und wie dieses Tief hieß, daß meine Autobatterie bei minus 18°C über Wochen hinweg fast zum Herztod gebracht hätte, das
weiß ich auch nicht. Was ich wußte: Klettern gehen wäre nicht schlecht. Aber bei den Temperaturen? Nun, bei Sonnenschein, etwas Bewegung, da könnte das schon gehen, sollte man meinen - das ist aber schon der
zweite Aspekt. Doch bleiben wir exakt.
1. Da ich den Sport “klettern” ja jetzt nicht erst seit vorgestern betreibe, maße ich mir an, die Reaktionen der meisten Leute aus der breiten Bevölkerung zu
kennen, wenn ich sage: Ich bin Kletterer. Die Fraktion 95% plus X sagt: Die spinnen! 2. Während man früher noch den Sport - will er denn ausgeübt werden immer draußen ausüben mußte, so hat sich das heute
geändert. Jetzt hat jemand Plastik erfunden und ungenutzte Industriegebäude hatte man irgendwie schon vorher erfunden. Also warum sich kasteien, wenn die Wärme liegt so nah? Ich bin Draußen Kletterer. Die Fraktion
95% plus X sagt: Du spinnst, im Winter klettern zu gehen! Zumal bei minus 18°C. 3. Ein wenig Rechenkunst führt uns also nun dazu zu sagen, daß maximal 0,25% der Bevölkerung sagen würden, daß Klettern im Winter zu
einer ganz normalen Sache gehört. Auch an den Felsen stellt man fest: Oh, man gehört zu einem elitären Kreis, die Leute, die bei diesen Temperaturen raus an den Fels wollen, die sind oft mit einer Hand abzuzählen.
Wobei es da immer noch zwei Kategorien von Kletterern gibt - diejenigen, die sagen: Samestase im Winter, das geht schon - und das geht auch wirklich, wenn die Sonne scheint, so kann man das aushalten dort. Und die
anderen, die sagen: Es muß alles möglich sein. Ich bin da so ein wenig dazwischen, ich denke, Selbstkasteiung muß schon mal sein, sich aber in überschaubaren Grenzen halten. Will ich das Rechenspiel aufrecht
erhalten, teile ich nochmal und komme so geschätzt auf 0,1%. 4. Vielleicht hat jemand Bernd im Vordergrund bemerkt. Er friert sichtlich, ich konnte das Zittern beim Halten des Photoapparates durch die
hervorragend arbeitende Elektronik meiner Casio und durch die Schaltfläche: Scharfzeichnen im Photoshop hervorragend verbergen. An sich wäre es also ein schönes Bild, das Licht ist gut, der Winter produziert heftige
Hell/Dunkel Artefakte, eigentlich alles klasse. Man muß das Bild genauer ansehen, es könnte ja auch ein anderer Schuh sein. Nein. Es ist kein Schuh! Wolfgang klettert ohne
Schuhe. Nun könnte ich noch nicht einmal in einen Badesee ohne Schuhe, aber das war dann doch wohl zu viel für mich. Aus, vorbei - nein - wir sind keine Helden mehr! Gut, könnte man sich entschuldigen, die Schuhe mal für ein paar Minuten auszuziehen, auch wenn es sehr kalt ist, mag ja alles noch gehen - aber: Rocky’s wunderbare Welt der Schwerkraft, eingebohrt für meinen treuen, zottlichen Gefährten, verlangt scharfe Lochkletterei. Nur der Gedanke daran erzeugt bei mir blutige Zehen und wochenlange Humpeln!
Nur zur Vollständigkeit: Weitere Rechenaufgaben mit ziemlich vielen Nullen erspare ich jetzt denke ich dem geneigten Leser...
Und die traurige Erkenntnis: Wir gehören nicht zu den “Harten”. Da sind noch einige, die sind noch viel härter... Photographiert mit Casio EX-Z2000
|