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Bericht des Obermain-Tageblatts vom 12./13. Januar 2002
Die Politik und das Klettern...

KUNSTADT / WElSMAIN

Kletterer im Kleinziegenfelder ,Tal, die Eintrittspreise im Burgkunstadter Hallenbad, der Warteraum am Bahnhof, rücksichtslos parkende Autos und die Standorte für Glascontainer in Altenkunstadt sowie die Schneeräumpflicht waren die Themen beim OT-Sorgentelefon. Wir haben nachgefragt.

,,Die Felsfreilegungen im Kleinziegenfelder Tall sind vorbildlich, aber warum lässt man die Kletterer ohne jede Beschränkung auf den Felsen rumkraxeln?“ wundert sich ein Leser aus Weismain. Wildvögel wie der seltene Uhu würden gestört und durch Lagerfeuer sogar Waldbrandgefahr verursacht. Überall sonst in Deutschland werde das Klettern auf wenige Felsen beschränkt.

Bürgermeister Peter Riedel findet die Anregung sinnvoll; er hat selbst bereits beim Landratsamt eine Beschränkung angeregt. So gilt für einige besonders geschützte Felsen wie den Hammerschmidtturm schon ein Betretungsverbot, das mit Schildern ausgewiesen ist, informierte Bernd Flieger von der Unteren Naturschutzbehörde. Die übrigen Felsen seien in drei verschiedene Zonen eingeteilt, die das Klettern in einigen Bereichen einschränkten und außerdem das Entfernen von Bewuchs verbieten. Diese Beschränkungen werden in den einschlägigen Kletterführern, an denen sich die Bergsportler orientieren, aufgelistet. Außerdem haben die Naturschützer mit den Kletterverbänden freiwillige Vereinbarungen getroffen.

Während sich die Sportler meist an diese Vorgaben halten gingen viele Anfänger oder Jugendliche allerdings uninformiert in die Felsen. Vor altem an der Roten Wand nehme das wilde Campen, Entzünden von Feuern und Verschmutzungen zu. Die Naturschutzwacht kontrolliere die Gegend zwar, doch könne sie nicht rund um die Uhr aufpassen. Zusätzlich zu den acht Wächtern im Landkreis werde jetzt ein weiterer speziell für den Weismainer Bereich ausgebildet, so Flieger.

200 000 Mark Defizit im Bad

Kein Beitrag zur Jugendförderung sei die Erhöhung des Eintrittspreises im Burgkunstadter Hallenbad von zwei Mark auf 1,50 Euro (2,95 Mark), beklagt ein Badegast. Ein anderer moniert die Erhöhung der Sauna-Gebühr von zehn Mark auf 5,5 Euro (10,76 Mark), die der ,,Ausstattung auf unterstem Niveau“ nicht angemessen sei. Erst vor zwei Jahren sei der Preis von sechs auf zehn Mark erhöht worden.

,,Bei Jugendlichen sind wir mit dem Eintrittspreis auf einen Euro runtergegangen, Erwachsene zahlen 1,50 Euro, stellt Bürgermeister Heinz Petterich richtig. Da es keine zeitliche Begrenzung für Bad und Sauna gebe, seien die Eintrittspreise äußerst günstig. Auch die leichte Erhöhung bei der Sauna sollte angesichts des Defizits von 200 000 Mark, das die Stadt beim Badebetrieb alljährlich ausgleichen müsse, zu verkraften sein. Keinesfalls sei es die Absicht der Verwaltung mit der Euro Umstellung die Preise zu erhöhen, wie sich an allen anderen Gebühren gezeigt habe, die ,,auf den Cent genau“ umgerechnet wurden, auch wenn jetzt krumme Zahlen herauskommen.

Wenigstens im Winter sollte der Warteraum des Bahnhofs an Wochenenden und Feiertagen geöffnet sein, fordert ein Fahrgast. Vorigen Samstag musste er wegen einer 20-minütigenVerspätung auf dem Bahnsteig jämmerlich frieren. Der Warteraum sei zwar nicht geöffnet, Fahrgäste könnten sich jedoch durch einen Schließschalter auf der Bahnsteigseite Zugang verschaffen, informierte ein Bahnsprecher. Er will sich der Sache annehmen.

Eine zusätzliche Wertstoffsammelstelle am neuen Altenkunstadter Rewe-Markt in der Weismainer Straße regte eine Leserin an. Für ältere Bürger sei der Weg zum nächsten Container zu weit. Bürgermeister Georg Vonbrunn will die Aufstellung von Wertstoffcontainern bei der Marktleitung anregen. Neben den Sammelstellen im Bauhof und an der Klosterstraße sei eine weitere am Norma-Markt.

Die Kurve an der Einmündung der Wiesenstraße werde regelmäßig von Anwohnern zugeparkt; vorige Woche wurde sogar die Feuerwehr bei einem Brandeinsatz behindert, klagt ein Anwohner.

Bürgermeister Georg Vonbrunn appelliert an die Rücksichtnahme aller Verkehrsteilnehmer Die Gemeinde könne nicht überall Parkverbotsschilder aufstellen. Parken ist bis zu fünf Meter vor Einmündungen verboten, informiert Günther Hühnlein von der Altenkunstadter Polizeistation. Er will in der Wiesenmühle öfter kontrollieren.

Parkverbot vor Einmündung

In einigen Bereichen der Weismainer Straße werde der Geh- und Radweg nicht geräumt, klagten mehrere Leser. Auch der Abschnitt an der Bundesstraße 289 zwischen Aldi und Comet-Markt sei für Radfahrer kaum passierbar. Bürgermeister Vonbrunn appelliert an die Bürger, ihrer Räumpflicht nachzukommen.

Vor den Grundstücken muss der Gehweg freigehalten werden. Der Bauhof könne nicht überall räumen; das Personal sei mit Gefahrenstellen an Kreuzungen, in Kurven und an Steigungen genug ausgelastet. Für den Abschnitt an der Bundesstraße ist das Straßenbauamt zuständig und hat mit einem Schild kenntlich gemacht, dass dort nicht geräumt wird.

-mul-

Und hier geht es zur Textausgabe meines Leserbriefes an das OT, welcher dann am 15.Januar dort erschien.

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