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Alles Mögliche
Die Weihnachtsgeschichte
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Eine – nicht ganz üblich verlaufene – Weihnachtsgeschichte
Fortsetzung 1:
Nächstes Problem:Der Grenzübertritt nach Spanien! Kurz vorher hatte ich noch mal nachgesehen. Alles
Nachsehen nützte aber nix: Mein Paß war definitiv nicht dabei! Der lag in meiner Wohnung auf dem Sims über der Heizung, wo ich ihn vor der Abreise eben hingelegt hatte. Damit ich ihn auch nicht vergesse.... Also
ran an die Grenze, seriös aussehen (was mir abgesehen davon trotz des Zeltens und anderer Unbilden, die durch seltenen Hautkontakt mit chemischen Substanzen wie beispielsweise des irgendwie bedrohlich klingenden
H²O’s auch gelang) und drüber. Ernst sah ja ob seines Pferdeschwanzes irgendwie nicht ganz so seriös aus, aber die Jungs an der Grenze hatten grad Streß, also sind wir da irgendwie so durchgerutscht.
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Bild:
Das Kloster Montserrat mit den Felsen oberhalb des Klosters. Bis zum Kloster kann man noch hochfahren, danach geht es zu Fuß weiter. Das klare Wetter täuscht hier etwas über die Entfernungen hinweg. Mindestens eine Stunde Fußmarsch sind nötig, um den nächsten Felsen zu erreichen...
Wir probierten es gleich am selben Tag. Die Stunde Fußmarsch hatten wir allerdings in unsere Routenliste vergessen einzutragen (als “Deadline” für den Tag).
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Die Ankunft in Montserrat war dagegen nicht so sonderlich feierlich. Kein Empfangskomitee aufgebaut, das
Wetter immer noch mehr als bescheiden und keinen Platz zum Zelten. Was uns abgesehen davon erst mal nicht schreckte. Kletterführer eingepackt und los. Auf den Weg zu unserem Felsen trafen wir noch zwei Kanadier. Sie
hatten (weil das anscheinend so üblich ist dort drüben) ihre Jobs gekündigt und waren für sechs Monate nach Europa gefahren. Irgendwie zufällig kamen wir am gleichen Felsen an - es war bereits nach drei Uhr
nachmittags und wir hatten Glück, dass wir für die Einstiegseillänge einer 5 Seillängentour knapp eine Stunde brauchten, weil im Montserrat eben nun mal Risse nicht abgesichert sind und man sich so seine Freunde
(Friends) wieder von unten holen muß, um sie neu zu setzten. Nach zwei Seillängen war daher definitiv Schluß und außerdem Dunkel, also abseilen und wieder zurück zum Kloster laufen.
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Bild:
Ernst im Einstiegsriß einer Mehrseillängentour im Montserrat. Das Photo täuscht ein wenig, es war steiler, als man es da sieht. Dafür auch unabgesicherter. Man neigt in solchen Rissen dazu, so ca. 100% Hautkontakt zu suchen, was einem abgesehen davon auch defintiv daran hindert, auch nur einen Zentimeter weiter zu kommen. Entsprechend hoch war unsere Geschwindigkeit...
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Zum Glück kannten die Jungs sich zumindest als Organisatoren aus. Sie hatten sich direkt im Kloster
Zimmer in der Jugendherberge organisiert. Jugendherberge ist ein sehr „feinfühliger“ Ausdruck. Das Ganze war ein großer Raum und die Schlafkabinen waren in etwa so wie Großraumklos in Deutschland. Zwar viele
Zellen, allerdings alles abgeteilt auf die Art der oben genannten Klos, will heißen: 20 cm Platz nach unten, wo nur so Ständerwände standen, oben war der Raum ohnehin unendlich hoch und die Wände nur rund zwei Meter
hoch. Ich dachte mir noch, dass ich hier ja auch nicht unbedingt hingehen möchte, um mit meiner ersten Freundin das erste Mal allein einen Abend zu verbringen... Jedenfalls waren wir vier zumindest zwei Tage allein,
konnten ein paar gute Touren klettern. So ließ sich das Ganze dann noch einigermaßen aushalten, bis, ja bis wir: An die Luft gesetzt wurden!
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Bild: Die Schlafkabinen im Kloster Montserrat. Die beiden Kanadier hatten die ganze Sache für uns
organisiert, besser, als bei dem Wetter draußen schlafen war das allemal. Unschön dagegen: Daß wir direkt an Weihnachten da rausgeschmissen wurden.... Was solls: Dann eben: “Back to
Nature!!”
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Die Mönche, die die Herberge verwalteten, gaben uns höflich aber bestimmt zu verstehen, dass ja nun bald Weihnachten wäre und das sie da
keine Gäste mehr in ihren heiligen Hallen dulden würden. Nun gut, was sollten wir machen, also gingen wir. Das die Jungs uns dann doch tatsächlich angelogen hatten und das Weihnachten in Spanien erst am 6.1.
gefeiert wird, haben wir erst einen Tag später rausgefunden.... “The Day After“ fand uns demzufolge ca. 300 km westlich von Barcelona an den Türmen von “Fire” (Riglos los Mallos),
rotbraune Konglomerattürme, die aus der katalanischen Tiefebene herausreichen.
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Bild: Der Fire, in Riglos los Mallos. Am 24.12. sind wir dort angekommen. Beeindruckend, diese
Konglomerattürme mitten in der Spanischen Ebene. Noch abends sind wir da hoch, zum “Nachtbouldern”. Das Wetter gab allerdings leider nicht das her, was es versprach, kalt, feucht und alles,
was sich kein Kletterer dieser Erde wünscht. Also mußten die wunderschönen Türme leider unbeachtet bleiben.
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Beieindruckend der Anblick, allerdings wunderten wir uns schon am 24.12, warum immer noch alle Geschäfte bis Abends
offen hatten. Wir übernachteten auf einem Parkplatz in unserem schon halbwegs angefackeletem Zelt, ich hatte einen Glühwein organisiert und den tranken wir dann – auf Weihnachten. Dabei war ja in Spanien noch
gar kein Weihnachten....
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