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Die Entstehungsgeschichte des kleinsten funktionierende Friends der Welt.

März 1992: Eine seltsame Begebenheit auf einer Reise nach Montserat in Spanien. Ein übel aussehender, überhängender und nach außen offener Körperriß vor uns, bis in 30m Höhe keine Sicherung! Ich fluche: So ein Mist, warum habe ich nur meine Friends unten gelassen! Mein Kletterpartner bückt sich, gibt mir einen ca. 2cm großen, kaum daumennagelgroßen Friend, der dort irgendwo im Staub lag und sagt: Hier hast Du einen! Ich bin extrem überrascht von dem Teil, so was winziges hatte ich bis dato noch nie gesehen! Ich stecke das Ding ein, wir gehen weiter...

April 1992: Beim Auspacken nach dem Urlaub stoße ich, im Geldbeutel kaum zu sehen zwischen den vielen spanischen Münzen, auf den kleinen Friend. Besitzt nicht mein Freund G. Krappmann eine Uhren- und Schmuckgeschäft? Ich fahre in seinen Laden, um den Friend reparieren zu lassen, er war schon ziemlich zerbeult, hatte keinen Anhänger. Ich zeige ihm das Teil, er sagt: “Klar, das kann ich reparieren, kein Problem. Da mache ich Dir auch noch einen Ring dran, dann kannst Du es als Anhänger verwenden. Eigentlich aber schade, daß man die Segmente nicht bewegen kann!” “Ist doch egal”, sage ich, “ist doch nur eine Erinnerung an den Urlaub, Hauptsache Du kriegst das Ding so einigermaßen hin, das ist dann schon in Ordung!”

Herbst 2001: 10 Jahre lang in die Hosentasche gestopft werden, hat dem kleinen gefundenen Friend nun doch nicht so gut getan, der Schaft ist angebrochen. Wieder, zufällig in einer nahe gelegenen Kletterhalle, spreche ich G. Krappmann an, wir kommen ins Gespräch, wieder sagt jemand: “Wäre doch schön, wenn die Segmente beweglich wären...” - Nun ist endgültig der Funke entzündet, Georg macht sich ans Werk!

Januar 2002: Das Schmuckstück ist fertig! Die Formen und Werkzeuge sind gemacht, z.T. mit erheblichen Kosten. Das Stück wird in aufwändiger Handarbeit von ihm selbst zusammengesetzt, jedes seiner Stücke ist ein unverkennbares Einzelstück!

09.02.2002: Der Friend wird in seiner Heimatstadt der Presse und dem Bürgermeister vorgestellt (05.02.02), ein Eintrag ins Guiness Buch der Rekorde soll folgen. Georg entschließt sich, die Vermarktung seiner Arbeit anzugehen. Zunächst ist der Friend in verschiedenen Ausführungen das Ziel, bald aber sollen andere Schmuckstücke für Kletterer, Mountainbiker und Wanderer folgen. Der Weg ins Internet ist die konsequente Fortführung dieses Weges.

12.09.2002: Telefongespräch mit Georg. Ich sage: Du Georg, mit dem Friend, das ist ja alles schön und gut, aber das Problem ist, daß er einfach zu teuer ist. Georg erklärt mir, welche Arbeit da drin steckt, ich entgegne: Das ist mir alles klar, der Preis insofern gerechtfertigt, aber! Wenn Du nicht was anbietest, was deutlich preiswerter ist, werden wir auf Dauer keinen Erfolg haben...

24.09.2002: Georg rückt mit einer Menge Neuigkeiten bei mir an! Ich lege die ganzen Sachen unter den Scanner und versuche, ein halbwegs vernünftiges Abbild zu kriegen, oft sagt er: Nein, leg das nochmal anders hin, es wird ja anders getragen... Wir verbringen den ganzen Abend damit, nun, jetzt bin ich dran, was vernünfiges draus zu machen, in der Vermarktung im Internet also.

03.10.2002: Die ganze Sache geht raus, steht im Netz. Vielleicht fragt sich jemand, warum ich dies vermarkte. Ganz einfach: Für meinen Freund Georg Krappmann. Kommen wir mal zum finanziellen. Sicherlich fragt sich der eine oder andere, macht der das nicht nur wegen der Kohle? Antwort: Nein! Hier mal die Offenlegung der Finanzlage: Ich “verdiene” an jedem Teil, welches rausgeht 5%, was heißt, 5 € an einem Friend, wenn keiner rausgeht, dann halt nix. Georg verdient in etwa genauso viel dran, er hat vor allem das Problem, daß er die Kohle für die Formen usw. halt erst mal vorstrecken muß, d.h. im Prinzip verdient er bis zum 100.sten Friend erst mal gar nix dran! Ich sage das hier nur so trocken, daß nicht irgendjemand meint, er wäre irgendwie übers Ohr gehauen, wenn er sich da was bestellt. Die “Gewinnmargen” sind sicherlich geringer, als wenn er in den Supermarkt geht und auch nur ein Dose Chips mitmimmt. Dies nur zur Erklärung, andererseits braucht es sicherlich keiner Erklärung! Entweder die Sachen gefallen, dann bin ich sicher, daß sie auch gekauft werden, oder sie gefallen halt nicht - dann wird dieses Projekt sicherlich irgendwann eingestellt werden. Mir gefallen sie, das ist auch der Grund, weswegen ich mich dafür einsetze, daß das Ganze ein Erfolg wird, wenn nicht - na dann stellen wir es halt wieder ein. Schade wäre es eigentlich schon, denn die Sachen sind ja nicht schlecht, alles reine Handarbeit, das ist ja das ganz besondere dran. So, jetzt hoffe ich alle möglichen und unmöglichen Fragen beantwortet zu haben....

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