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Das Bild oben
beschreibt die Situation recht gut: Auf dem Gipfel der großen Zinne, aber war es wirklich der Gipfel, keine Ahnung, es ging eben nur nach oben nicht mehr weiter. Auf die Uhr gesehen: 20 Uhr. Ach Du Scheiße! Zwei Stunden, maximal, würde es noch hell bleiben. Jetzt aber los. Der Abstieg über die Südseite: Unbekannt! Ich klettere in Richtung Süden, einen Haken geschlagen seile ab. Im dichten Nebel laufen drei Kamine nach unten, welchen nehmen. Dann 110m auf einem Band nach links laufen dann den nächsten Kamin - bei der Suppe war mir schnell klar, das wir das unmöglich finden würden. Letzte Möglichkeit: Über die Route wieder abseilen. Immerhin hatten wir ja einige Haken gesichtet, also müßte es gehen. Nach 3 Seillängen waren wir aber schon in der Ostwand, außerhalb der Route. Jetzt fing es auch noch an zu schneien. Wir versuchten mit Schlingen und allem möglichen weiterzukommen, die natürlich jedes Mal hängen gelassen werden mußten. Irgendwann wurde der Schnee und dann der Schneeregen heftiger. Das Aufnehmen des Seils und wegwerfen vom nächsten Band immer beschwerlicher, ich spürte die Finger längst nicht mehr. Am Ende neuen Stand bauen, langsam hatte ich kein Material mehr. Irgendwann habe ich dann zu Klaus gesagt: “Du, ich glaube, wir kommen da nicht mehr runter, ich schaffe das nicht”. Worauf er antwortete in seiner lockeren, aber doch selbstsicheren Art antwortete: “Komm, wir schaffen das, mach weiter”. Ich habe eigentlich nicht mehr daran geglaubt. Dachte, prima, das war es dann wohl, wir werden an diesem Berg knallhart draufgehen, aber wenn er meint, dann mache ich halt noch weiter, zumindest solange, wie ich mich noch überhaupt bewegen kann. Irgendwie habe ich dann so was Weißes unter mir bemerkt. Das mußte der Schnee in der Rinne sein. Vorletzte Seillänge. Abseilen, Mist, da kommt ein Überhang. Nicht allzu groß (was ich so im Dunkeln erkennen konnte). Also drüber. Jetzt hing ich von der Wand weg. Einen Haken hatte ich noch. Ein wenig reinschwingen, irgendwo festhalten, Seil auf Zug lassen, Haken schlagen. Er klang verdammt hohl. Was solls, entweder er hält oder wir überstehen die Nacht eh nicht! Also Klaus nachkommen lassen. Am letzten Haken abgeseilt, siehe da irgendwann stand ich in der Rinne hoch zur Scharte zwischen kleiner und großer Zinne. Wenig später Klaus auch. Seile abziehen und hocharbeiten zur Scharte. An sich zu dem Zeitpunkt eine Eistour mit 35° Steigung, haben wir uns mit den Händen hochgescharrt. Auf der anderen Seite wieder runter, in der Lavaredo-Hütte noch einen Tee geschnorrt (3 Uhr nachts, sie waren etwas stinkich, daß wir sie aufgeweckt haben) und zum Auto. Am nächsten Tag. Die Finger waren taub. Dieser Zustand sollte allerdings noch 3 Monate anhalten.
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