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Kein Vergleich zu unserer halsbercherischen Aktion an der Großen Zinne: Das Abseilen von den Vajolettürmen
gestaltet sich als äußerst angenehm, alle 25m sind große Ringe zementiert, die man eigentlich nicht verfehlen kann. Bei Verwendung eines Doppelseils können 50m abgeseilt und daher die Hälfte der Ringe
ausgelassen werden, was das Ganze dann zu einer recht kurzfristigen Aktion werden läßt. Einziger Nachteil dann: Es drückt einen sehr stark in das Innere des Kamins, dort ist es aber sehr eng und dunkel
und nicht unbedingt steinschlagsicher!
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Blick in die Abseilpiste am Delagoturm. Man sieht die Enge im Kamin, aus der man so schnell wie möglich
wieder raus will. Geht nur leider nicht, der Kamin begleitet einem bis zum Schluß. Beim Seilabziehen daher aufpassen: Die Terassen im Kamin sind voll lockerer Steine, die dann runterkommen, wenn das Seil
abgezogen wird. Also besser in Deckung gehen. Einzig verwunderlich: Wieso kommt da immer noch was, wo die Tour doch wohl eine der beliebtestesten der Dolomiten, wenn nicht gar des ganzen Erdballs ist?
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Klaus vor der Gratl-Hütte. Nicht das es da so warm gewesen wäre: Seine Kletterschuhe waren nur so klein, so
daß ihm kalte, dafür aber von Kletterschuhen befreite Schuhe lieber waren. Kann mich da noch an eine Szene vor knapp 20 Jahren erinnern: Kletterschuhe müssen klein sein. Die Top-Leute schnürten in einer
Klettergarten-Route ihre Schuhe unten akkribisch zu, kletterten anschließend in meist weniger als 90 Sekunden eine Route und bis sie wieder am Boden standen, waren die Schuhe schon längst wieder
aufgeschnürt. Da ich mir diese Qualen nie antun wollte, hatte ich mir damals die Schuhe “nur” zwei Nummern zu klein gekauft. War damals schon schlimm genug, aber damals weiteten sich die
Schuhe zum Glück dank fehlender Längsbänder und Leisten noch einigermaßen schnell. Allheilmittel zu dieser Zeit: Reinpissen und anziehen. War mir allerdings zu eklig, also mußte der Klassiker: Heißes
Fußbad mit Schuhen und solange anbehalten, bis sie trocken sind herhalten. So ein Blödsinn! Heute kaufe ich meine Schuhe 2 Nummern größer als Straßenschuhe, sie passen (fast) gleich und werden heutzutage
auch später kaum weiter. Und besser oder schlechter klettere ich deswegen auch nicht. In meinen maximal erreichten Graden kam es weniger auf die Schuhe, denn auf den momentanen Trainingszustand oder den
“Biß” an. Von mir bevorzugte Überhangrouten erfordern ohnehin keine gute Fußtechnik...
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Blick auf der Rückfahrt über den Karerpaß in Richtung Pordoispitze, unten das Fassatal. Beeindruckende
Touren führen durch die Westwand der Pordoispitze, darunter die “Fedele” und die berümte “Via Niagara” von Heinz Mariacher. Lohnend sind sie alle, nur bei der Via Niagara ist
“Nomen est Omen”. Die Tour ist nur sehr spät im Jahr trocken und dann wird die Zeit wirklich richtig knapp!
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Klaus beim Abseilen vom Delagoturm. Durch die Verwendung des Doppelseils und dem Ausnutzen der 50m
Abseillänge hing man nicht unbedingt direkt in Linie der Abseilringe. Ein für den Anfänger etwas kitzliges Unternehmen, da man unter Umständen einige Meter in Richtung der Ringe
“hineinschwingen” muß. Auch sonst nicht ganz ungefährlich: Das Seil kratzt an den Steinen im überhängenden Wandteil der Kamine und man fragt sich lediglich: Wie lange dauert es noch, bis sich
ein Stein löst - und - trifft er mich dann? Man sieht: Auch eine Abseilpiste muß nicht unbedingt sicher sein!
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Blick aus der Abseilpiste zurück auf die Gratl-Hütte. Die blaue Oberfläche des Sees dahinter täuscht, er war
sogar im Juni noch zugefroren. Die Südseiten der Vajolettürme können sich dagegen schon im April als T-Shirt-Klettereien zeigen. Aber dennoch Vorsicht: Trotz der Kürze der Touren warme Kleidung
mitnehmen, bei aufkommendem Wind (und die Türme stehen sehr windexponiert) kann das schnell zur frostigen Angelegenheit werden.
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Nochmal kurz vor dem Abstieg auf den Auslöser gedrückt. Bei diesen Motiven kann man einfach nichts falsch machen! Von links
nach rechts gesehen: Delago, Stabeler und Winklerturm. Erstiegen 1895, 1892 und 1887. Die erste Besteigung der Vajolettürme durch Georg Winkler galt und gilt als einer der Meilensteine des Alpinismus.
Seiner Zeit weit vorraus, erkletterte der Student Winkler den kühnen Turm im Sommer 1887 im seilfreien Alleingang (Schwierigkeitsgrad 4+!). Abenteuerlich aber nicht allen die Besteigung. Winkler kannte
den Turm nur von Bildern. Allein, ohne viel Geld hat er sich von München aus aufgemacht, den Turm zu besteigen. Er kam bei Bauern unter oder schlüpfte nachts in leerstehende Scheunen und aß, was er am
Wegesrand fand oder Bauern ihm schenkten (oder klaute eben was, soll aber jetzt kein Aufruf sein, ihm das gleich zu tun!).
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Blick zurück beim Abstieg, kurz vor der Vajolethütte. Beeindruckend, die Vajolettürme, hoch oben in den
Himmel ragend, dann doch so hoch oben, daß man selbst gerne ein Teil dieses Himmels wäre. Die Faszination dieser Türme kommt auch viel von ihrer anscheinenden Unnahbarkeit.
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Die Latemar-Gruppe im letzten Abendlicht. Nicht besonders fest, aber fast unberührt. Die zahllosen teils
unberührten Kamine oder Risse zum Greifen nahe! Also: Zugreifen!
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