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Dolomiten Die wilden Routen
Campanile di Val Montanaia (2.173m) - der unlogischste Berg der Alpen
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Bild oben: Verfallenes Gehöft an der Straße in Richtung Cima Bagni.
Bild rechts: Die Cima Bagni in den Sextner Dolomiten, kurz unterhalb des Kreuzbergpasses.
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Der Campanile di Val Montanaia war unser Ziel... für ein Wochenende im Juli 2009. Lange hatten wir gewartet, weniger deswegen, daß uns irgendwas dazwischen gekommen wäre, nein vielmehr
auf gutes Wetter und schon mehrere Male hatten wir verschoben, aber an diesem Samstag steuerte mein Auto in eine Richtung, die ich nicht genau kannte, aber ich hatte ja einige Karten und einige
ausschliesslich italienische Beschreibungen vom Auf- und Abstieg und von der Lage des Turms überhaupt dabei. Erst mal den Weg dorthin finden, denn dies klang schon abenteuerlich genug. Es war von einer
13km langen Schotterstrasse die Rede, von abgerissenen Auspufftöpfen und zeitweiser Unpassierbarkeit der Straße nach Regen. Aber wir würden die Straße hochfahren müssen, sonst wäre unser Ausflug schon zu
Beginn zum Scheitern verurteilt - unser Zeitfenster würde nicht reichen, auch noch dort hoch zu laufen... Aber warum wollten wir überhaupt dort hin, dort - ans scheinbare Ende der Welt, jedenfalls
wenn man den wenigen überhaupt vorhandenen Schilderungen Glauben schenken sollte?
Die Vorgeschichte:
Drei Mal war ich bereits in der Monfalconi Gruppe unterwegs, jedesmal mit mehr oder weniger geringem Erfolg. Das hauptsächlich das Wetter ein Grund für unser Scheitern war ist zwar ärgerlich, aber ich hatte zumindest schon so viel Erfahrung gesammelt, daß mir bewußt wurde, daß Klettern in dieser Gruppe anders war als irgendwo anders in den Dolomiten. Hier bekam man das, was an den Zinnen wohl schon über ein Jahrhundert verloren gegangen ist, hier bekam man die Ursprünglichkeit des Kletterns zu spüren. Und man spürte sie fast körperlich, nichts - niemand den man traf auf den langen, steilen Wegen hinauf in die Kare und riesigen Schutthalden unterhalb der Berge, eigentlich kein allzu gutes Zeichen. Aber diese karge Landschaft übte eine Faszination auf mich aus, die ich schon fast nicht mehr kannte, zu lange hatte ich den bekannten Touren an Sella, Zinnen, Tofana, Rosengarten und wie sie alle heißen mögen nachgejagt.
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Zwar oft mit Erfolg, aber war es den wirklich ein Erfolg? Ein Erfolg, als Epigone der Masse zu gelten, als einzig wahrer
Nachahmer der Massen an Kletterern, die sich an guten Tagen durch die gelbe Kante an der kleinen Zinne zwängen, hilflos ihre Nachsteiger oft, genau so hilflos wie das nicht verstehen wollen ihres mehr
als fremdbestimmten Tuns. Ihres Strebens, gut - Bergsteigen an sich ist sinnlos - aber sinnlosen Tuns gesteuert nur von Stammtischen, Klettermagazinen und dem eigenen Ego, davon auch in bunten Bildern
möglichst furchteinflößend berichten zu können. Dies Streben zu oft mitgemacht zu haben, dies kann ich mir zu Recht heute vorwerfen. Nicht vorwerfen kann ich mir aber, dagegen nichts getan zu haben. Bei
einer Suche nach den eher dürftigen Informationen, die es über die Monfalconi Gruppe überhaupt gibt, stieß ich auf den Campanile di Val Montanaia.
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Bild links:
Das Val di Cimoliana. Die Straße führt zum Teil durch das Flußbett, daher ist sie nach Regenfällen oft unpassierbar.
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Bilder oben und unten:
Aus dem Val di Cimoliana. Ich weiß weder, wie die Pflanzen heißen (das wäre für den alpinen Pflanzenfreund sicherlich ein leichtes, dies heraus zu finden, noch weiß ich ich, wie die abgebildeten Berge heißen. Sie stehen halt irgendwo in dem Tal, in dem die holprige Straße in Richtung Rifugio Pordenone führt.
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Die Idee:
Auf diesen Berg wollte ich steigen. Nicht besonders schwer, hieß es, maximal 5 (was sich allerdings als unrichtig erwies), nicht besonders lang hieß es (was nicht ganz richtig ist, denn der Anstieg ist sehr lang) und nicht besonders interessant für den Kletterer, der schwere Routen sucht (was Blödsinn ist, denn hier wird der ganze Kletterer verlangt, der sicherer Steiger in ungesichertem Gelände).
Das Ergebnis:
All das haben wir gefunden. Aber noch mehr haben wir gelernt über diesen “unlogischsten” Berg der Alpen, aber auch über die Schicksale, die mit diesem Berg verbunden sind. Einen Teil davon habe ich recherchiert und möchte sie parallel zu meinem Erzählstrang euch vorstellen. Wen dies nicht interssiert, der klicke sich durch die Bilder und gut ist. Wen es interessiert, der lese die farblich abgesetzten Texttafeln der nächsten Seiten.
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