Bilder: Wandphotos aus der “Gadenz” an der Cima del Coro. Das wir es mit einer 5- zu tun
hatten, wurde uns im Verlauf der Route irgendwie nicht so richtig bewußt, schon der Beginn verlangt einen soliden oberen fünften Grad. Was zunächst nur als kleiner Ausrutscher bei der Bewertung nicht
weiter ins Gewicht viel zeigte bald deutlichere frapierendere Auswirkungen: Weder der genaue Weiterweg war klar, noch die genau nun gekletterte Schwierigkeit. Jedoch zeigte die sechste Seillänge: Wir
waren richtig, nur war dies sicherlich kein 5-! Wenn ich den Schwierigkeitsgrad äußerst vorsichtig mit 6 angebe, so setze ich voraus, daß die Absicherung nicht in die Bewertung einfließt. Denn: Kann man
die Schlüsselstelle nicht klettern, so wäre ein Sturz dort fatal, da keine Sicherung an der Stelle unterzubringen ist. Könnte man zurückklettern, so wäre ein Rückzug aufgrund der Quergänge sehr schwierig
auszuführen.
Routeninfo: Die “Gadenz”
wird all zu oft unterschätzt, da der in den meisten Kletterführern angegebene Schwierigkeitsgrad von 5- bis zu 5+ kaum als ernstzunehmende Aufgabe wahrgenommen wird. Diese Auffassung ändert sich im Verlauf der Route recht schnell, da fast die ganze Route vollständig selbst abgesichert werden muß. Die Route erfordert hohen alpinistischen Spürsinn und die Schlüsselstelle (6. Grad) muß zwingend frei geklettert werden. Dabei wäre die Verletzungsgefahr bei Sturz sehr hoch. Dafür ist der Fels von sehr guter Qualität. Auch der Abstieg verlangt zunächst gutes Orientierungsvermögen und ist bei Nebel schwer bis kaum zu finden. Die Abseilstellen in die dunkle Schlucht wirken etwas gruselig, sind aber nur dann gefährlich, wenn andere Seilschaften darüber werkeln und der Steinschlag sich in der Schlucht konzentriert.
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