kletterphoto.de
        by Jürgen Kremer

Home
Zu den Galerien
Über mich
Gästebuch
Neues
Links
Alles mögliche

Die Bilder des Monats

November-2011-Würgau-klein

Das Bild des Monats
November

Dolomiten
 Die wilden Routen

Einser - Sextner Dolomiten (2.698m) - N-Pfeiler (Steger/Wiesinger): “Weg der Jugend”

Bilder oben: Aussicht aus der Route, zeitlicher Abstand: 20 Minuten.
Bild links: Irgendwie war es göttliche Vorhersehung, die Schlafsäcke und die Biwaksäcke mit zu nehmen. Von Nachmittag um drei bis zum nächsten Tag hat man nämlich viel Zeit - auch zum Frieren!
Bild unten links: Bei soviel Zeit hat man auch noch Zeit zum Nachdenken und Taktieren: Wir waren genau unter der oberen Schlüsselseillänge gelandet, als der Schnee- und Hagelsturm durchzog, unsere Höhle würden wir aber sicher nicht verlassen für ein ungewisses Weiterkommen und naßes Biwak im Regen...aber: die Schlüsselseillänge könnte ich doch noch klettern und die Seile drin hängen lassen! So würde ich am Morgen keine Probleme haben die Seillänge zu klettern (weil Toprope). Und die Seile - die würden durch das Hängen hoffentlich nicht zu naß werden...
Bild unten rechts: Plan aufgegangen: Der nächste Morgen beschert uns ein traumhaftes Wetter, nur unten im Tal hängen noch ein paar Nebelfelder. Die Schlüssellänge war ja am Vortag schon geklettert, ich brauchte nicht mehr als locker dem hängenden Seil folgen. Der Tag sollte regenfrei werden, also weiterklettern. Wir hatten höchstens ein Problem: Wir waren gerade mal wenig über der Wandmitte angekommen. Bei gleichem Tempo würde das ein weiteres Biwak bedeuten. Aber - wir mußten am nächsten Tag arbeiten! Also: Noch hoch, runter, heimfahren...

Das die Verhältnisse aufgrund des Regens am Vortag nicht die besten waren, braucht wahrscheinlich nicht gesondert erwähnt werden. Dennoch steigerte sich unser Klettertempo erstaunlich, was ich auf Höhenödem, geistige Umnachtung oder sonstige nicht weiter auszuführende Gründe abschiebe. Dabei wurde die Steigerung der Geschwindigkeit weniger von der fehlenden Schwierigkeit oder der besseren Allgemeinkonstitution verursacht, sondern hauptsächlich aus dem Weglassen von Sicherungen. Versuchte ich tags vorher noch jede Sanduhr mit stundenlangen Fädelaktionen in die Knie zu zwingen, kletterte ich am zweiten Tag einfach dran vorbei. Rotzfrech! Ich seh Dich, aber ich nehme Dich nicht!

War davon abgesehen auch bitter nötig. Zwar zählte die Nacht nicht zu den schlimmsten Biwaknächten (Schlafsack und Biwaksack sei Dank), dennoch stellte ich seltsame Auswirkungen an meiner Sicherungstechnik fest: Ich konnte sichern und dabei schlafen! Links am Sicherungsseil, mit rechts wurde Seil eingezogen. Ich fing an, mit gespanntem Seil auf der rechten Seite (und gespanntem Unterarm) zu schlafen. Erst wenn der Nachsteiger weiter ging, zog der gespannte rechte Arm im Schlaf Seil ein - vom plötzlichen Fehlen der Spannung wachte ich dann auf. 60mal 10 Sekunden Schlaf gibt ja zumindest auch nochmal 10 Minuten, geruhsam kann man das allerdings nicht unbedingt bezeichnen...

Zurück zur Auswahlseite: “Einser - Weg der Jugend” kommt ihr mit Klick auf die Bilder oder die Schrift!

[Home] [Zu den Galerien] [Über mich] [Gästebuch] [Neues] [Links] [Alles mögliche]