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Dolomiten extem Die Routen für den Könner
Die “Carlesso/Sandri” am Torre Trieste (Civetta) - Erster Teil (Seite 1/1)
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Bild links:Morgengrauen in den Dolomiten, am Ende der Straße unterhalb des Torre Trieste. Die
“Carlesso/Sandri” wollten wir machen! Warum wohl, ja, weil man das halt so machte! Und weil es einem die “Pause-Bibel” (Walter Pause: Im Extremen Fels) eben so sagte. Daher hier mal einige
Zitate: “In dem Wettlauf der letzten 35 Jahre um das “Allerletzte” haben die Chivettaführen mehr entschieden als die der Drei Zinnen... Ihr Schwierigkeitsgrad 6a2 kommt in diesem Buche nur sechsmal
vor. Unsere Südwand ist die längste: Das sagt genug!...sollten künftig wieder Haken fehlen, kann das Anbringen neuer durchaus auch A3 sein!...In unserer Skizze sind die - mitunter lebenswichtigen - Biwakplätze
markiert. Man mache sich bei dieser schwersten Kletterführe dieses Buches auf eine sehr lange Klettertour gefaßt... Von den Schwierigkeiten der Kletterei mögen Bild und Skizze ein erste Ahnung vermitteln,...die
dritte von den Tischen der Vazollerhütte durch die übliche “Mundpropaganda”. Den einen wird es schocken, den anderen erleuchten. Daß diese Führe, eiskalt sei es gesagt, die Schwierigkeiten am Cassinweg
der Westlichen Zinne und die in der Marmolata (schrieb man damals noch mit t) von Solda übersteigt, wurde lange bestritten. Der Streit dürfte sich unter den wenigen dazu berufenen Extremklettererern gelegt
haben....”
Soweit schrieb das der “Pause”. Also, Westliche Zinne hatten wir ja auch schon gemacht, sogar noch über die
“Schweizer Dächer”, also mußten wir da hoch. Eine solche Beschreibung muß man sich doch mehrmals hintereinander auf der Zunge zergegen lassen, wenn wir diese Tour schaffen würden, so würden wir wirklich
zu den “Extremen” gehören, zu den “wenigen dazu berufenen....”
Hilft nix, also rein, der Ruhm war uns ja gewiß! Also: An einem schönen Junitag da hingefahren und los ging die ganze
Sache! Sehr früh aufgestanden und direkt vom Tal aus hochgelaufen (fast günstiger als von der Vazollerhütte aus). Nach zwei Stunden ist man am Einstieg und nix wie los: Wir wollten schließlich keinen der (laut
Pause) “mitunter lebenswichtigen” Biwakplätze benützen!
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Bild oben: Ernst am Stand der (falschen) dritten Seillänge.
Irgendwie fing die Sache schon nicht gut an... Nach zwei Seillängen war kein Weiterkommen in Sicht, jedenfalls kein
Haken. Also irgendwo (wo es halt am besten aussah) hingeklettert, Haken gefunden, aber irgendwie war das alles recht schwer. Weitergekämpft, alles wurde immer unwirklicher, es führte immer weiter nach rechts, bald
der fürchterliche Gedanke: Ich bin verkehrt! Die Haken immer schlechter und nach dem Ende der 50m Seil ein windiger Rosthaken, Ernst hatte dummerweise die Haken und den Hammer im Rucksack. Also blieb nix anders über
als Stand zu machen und runterzubrüllen: “Nachkommen”. Obwohl inzwischen ziemlich klar war, daß wir uns auf dem Holzweg befanden.
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Bild rechts:
Tiefblick vom dritten Stand aus der Torre Trieste Südwand. Der dritte Stand war dummerweise der verkehrte Stand. Zum Glück hielten die Haken und wir kamen da wieder runter...
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Nachdem ich durch das Nachkommen von Ernst wieder an meine Haken und den Hammer gekommen war versuchte ich zunächst
einmal erst den Stand zu verstärken, denn das was ich da an Material sah war so gar nicht geeignet, sein Leben dem anzuvertrauen. Eine kleine Hoffnung keimte noch, wenn ich es schaffen könnte schräg abzuseilen, so
wäre es vielleicht möglich, zurück in die Route zu kommen. Aber schon nach wenigen Metern war klar: Das wird nichts werden, das Bild oben links verdeutlicht die Steilheit der Wand, sofort hing ich im frei schwebend
in der Luft. Außerdem hatten wir durch die Aktion schon gewaltig Zeit gelassen, es war schon kurz nach zehn Uhr, das wäre auch dann, wenn wir wieder den richtigen Stand erreicht hätten recht knapp geworden mit
der zur Verfügung stehenden Kletterzeit. Irgendwie erleichtert war ich aber trotzdem, da nicht hoch zu müssen und trotz der überhängenden Wand relativ problemlos wieder zurück zum Boden (oder besser gesagt zum
Einstiegsband) zu kommen. Wir hatten das “Monster” gesehen. Beim nächsten Mal würden wir wissen, was uns erwartet und jedenfalls unseren ersten Verhauer nicht mehr klettern...
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Am Ende hatten wir dann sogar noch Glück im Unglück mit unserem Verhauer und dem anschließenden Rückzug: Wie sich schon
auf dem rechten Bild andeutet, zieht der Himmel zu - schneller als wir dachten und schon gegen Mittag schüttete es wie aus Eimern und hörte den ganzen Tag nicht mehr auf. Das hätte einen schwierigen und vor allem
feuchten Rückzug gegeben...
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