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November-2011-Würgau-klein

Das Bild des Monats
November

Dolomiten
 Die schweren Routen für Genießer

Die “Via Elektroshock” an der Croda Negra

Bild links: Sieht verwegen aus, erweist sich aber als durchaus kletterbar - die vorletzte Seillänge der “Via Elektroshock” an der Croda Negra.

Der Vor- oder (je nach Klettervorliebe) Nachteil der “modernen” Routen “Cip-”scher Prägung (Spitzname von Eugenio Cipriani) besteht darin, daß er den Bohrhaken in den Dolomiten quasi “hoffähig” gemacht hat und alle seine Routen mit Bohrhaken erschließt. Größter Vorteil: Sichere Standplätze, meist stecken zwei, immer jedoch ein Bohrhaken am Stand.
Eine andere Eigenheit hingegen: Durch die Verwendung von Bohrhaken erfolgt auch gleichzeitig eine Abkehr von den klassischen Linien, die zum Beispiel Rissen zwingend folgen müssen - denn nur dort ist die Chance gegeben, einen Normalhaken zu platzieren. Die erste Seillänge der “Elektroshock” hätte demzufolge auch drei Meter weiter rechts stattfinden können - dort zieht ein Riß, der nach oben etwas kleinsplittrig zu werden scheint, fast an den gleichen Stand. Die Route hingegen verläuft über die Wand links daneben. Ergebnis: Allerbester Fels, aber kaum natürliche Sicherungsmöglichkeiten. Macht aber nix, mit Genuß klippt man Bohrhaken, schaut nach oben und weiß: Zwar ein paar Meter zu klettern, aber oben wartet: Ein Bohrhaken! Eben Klettergenuß pur!

Bild rechts: Blick nach Norden auf die sich empor schlängelnde Straße des Falzarego Passes.

Während die auch in dieser Galerie der “schweren Routen für Genießer” vorgestellte “Via Driss...agno” direkt den Gipfel der Croda Negra erreicht (links im Vordergrund zu sehen), endet die “Via Elektroshock” relativ unspektakulär am Grat.
Genuß bedeutet aber auch: Ein einfacher Abstieg. Die Traverse hinüber zum Hauptgipfel bringt nur Gehgelände, von dort weiter auf einem markierten Pfad zurück.

Bild links: Die Tofana di Rozes.

Imposant, wie die Tofana da steht, stellte sich das Kletterglück dennoch nicht ganz ein. Schon die ganze Zeit über hörten wir einen Hubschrauber, bis wir feststellen mußten: Es handelt sich um einen Rettungseinsatz. Immer und immer wieder flog der Hubschrauber den Tofanapfeiler an, anscheinend immer wieder ohne Erfolg. Irgendwann scheint es denn geklappt zu haben, ich hoffe auch sehr, die Hilfe kam zum richtigen Zeitpunkt.

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