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Bernd Weberpals in “Chicken Modul” (8+/9-)

Nicht, daß ich diese Tour nicht mag, ich habe sie aber, als ich sie dann letztendlich mal klettern konnte nicht mehr gemacht oder auch nur probiert! Der Einstieg schon irgendwie dreckig und von der Seite, lange Zeit hatte ich Angst, den ersten Haken nicht einhängen zu können und gleich ganz nach unten zu fallen, obwohl da bei langer Spannweite eigentlich nicht viel Aufhebens drum zu machen ist. Dann dieses einqueren nach links an diesem Stopfloch mit einem Finger! Geht der Finger auch wieder raus, wenn ich was falschmache? All diese Fragen beschäftigten mich eine ganze Zeit lang. Bis ich mir irgendwann gesagt habe: Probiere das einfach, häng die Haken vor und schau mal, was bei rauskommt. Nix! Aber auch gar nix ist bei rausgekommen, irgendwann hatte ich schon fast keine Lust mehr, mich auf drei Metern aufzuarbeiten!

Bild: Bernd Weberpals am Einstieg von “Chicken Modul”. Der Einstieg vermittelt zumindest das erste Gefühl dafür, was noch auf einem zukommt!

Sehr dynamisch sieht die ganze Sache hier aus! Ist es auch! Das rüberqueren an der guten Schuppe scheint zwar anfänglich nicht allzu schwierig zu sein, entpuppt sich aber als der Krafträuber schlechthin! Irgendwie ist dann auch das Seil ständig im Weg, der Sicherungsmann weiß nicht: Soll ich links oder rechts stehen und der Kletterer ist angenervt darüber, daß das Seil, egal wie der Sicherungsmann dann auch steht, irgendwie immer im Weg ist! Entscheidend ist hier das Einhängen des 2. Hakens, das ist in jedem Fall nicht ganz einfach!

Druck geben mit den Füßen! Das ist hier die Frage! Ok, hier sollte man mal dem Bernd genau zusehen, der hat das nach ein paar Anläufen gleich optimal gelöst, ich hingegen habe für die Stelle gleich ca. 100 Versuche gebraucht, um überhaupt den Druck aufbauen zu können. Irgendwann habe ich mir das vorgehängt und probiert. Ging mindestens 10 mal - auch mit schlapper Kondition - enwandfrei! Dann ohne vorgehängte Haken: Gar nicht! Woran lag’s? Keine Ahnung!
Irgendwann wurde mir das dann zu dumm: Dann hänge ich halt den zweiten Haken nicht ein - selbst mit der Gefahr eines Sturzes zu Boden - soweit kam ich gar nicht - ich konnte den Griff einfach nicht erreichen! Also: Neue Lösung suchen - oder - doch die alte?

Wieso sich da Berd auch nur 5 Sekunden festhalten kann, ist mir immer noch nicht klar! Die richtige Kombination, gekannt von vielen Versuchen ist dann doch meine Lösung. Naja, anscheindend klettern doch tatsächlich Leute besser als ich - nein! Sollte man sowas glauben - man sollte sich zumindest damit abfinden können!
Und mein Sturkopf sagt mir weiterhin: Zieh direkt in das Wurmloch, egal ob das schwierig ist oder nicht, so ist es gut. Na, ob der Sturkopf da unbedingt Recht hat?

Füße irgendwo unterbringen - das ist denke ich einer der Schlüsselzüge für die Tour! Wo man es macht, ist eigentlich egal, Hauptsache es paßt irgendwie für die Körperproportionen. Dann beginnen eigentlich erst die entscheidenden drei Meter und es wurde im Internet viel darüber diskutiert, ob der große angeklebte Griff der Nachbartour denn überhaupt als Tritt erlaubt sei! Ich finde “Ja”, denn er liegt eindeutig in der Linie. Ich verwende ihn jedenfalls mit, lasse allerdings (Griffe sparen!) die guten Griffe auf der linken Seite aus. Gleich zu dem guten Griff weit nach oben ziehen. Motto: Ich bastele mir meinen eigenen 9er, egal wie leicht das Gelände daneben ist! Was dann auch zu einigen Basteleien geführt hat...

Wie hier den Fuß unterbringen? Meine langen Haxen ständig in der Luft, das konnte nicht die Lösung sein. Das Stopfloch für zwei Finger hoch oben - kaum zu erreichen!
 Irgendwann und ganz am Anfang kam ich wieder auf meine “Wurmloch”-Theorie. Von ganz weit unten dieses Wurmloch gleich richtig kreigen! Das Ganze dauerte dann ungefähr 250 Versuche - so habe ich es jedenfalls in meinem Tourenbuch vermerkt, gezählt habe ich sie natürlich nicht, wahrscheinlich sind es 150 weniger - zumindest kam es mir aber so vor! Mir wollte diese Kombination nicht mehr aus dem Kopf, von unten gleich ins sehr hohe Wurmloch, dieses dann richtig abstopfen, seitlich gleich auf die Schuppe schieben, kann das gutgehen?

 Natürlich hat der Sturkopf nicht recht! Bernd und Martin präsentieren mir hinterher eine Linie, von der Martin zumindest sagt: So wie ich das geklettert habe höchstens 8+. Ich zu Martin: Nimm mir bitte nicht meine Illusionen, so wie ich das geklettert habe auf jeden Fall 9-/9! Bernd sagt: Übrigens, wie schwer ist die Tour eigentlich, ich: Kannst Du Dir raussuchen, steht mit unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden im Internet, hilft uns hier allerdings nicht weiter, die Tour ist so schwer, wie wir uns die machen! Also: Irgendeine Tour geklettert. Naja, Pech gehabt, aber lustig war’s trotzdem! Und meine Freude über das Ende der unendlich scheinenden Tretmühle hat mir auch gereicht, nicht zu überlegen, welche Zahl ich nun der Route zuordne.

Bild links: Nein, nicht denken, die Tour wäre unten vorbei! Ist es nicht, oben wartet noch eine Stelle einem ekligem Seitgeschiebe, an der man sich blöd anstellen und vor allem runterfallen kann! Das Bild zeigt allerdings noch den “Ausstieg” aus der unteren Stelle. Gleich danach wartet eine Art Band mit großem Loch, ein wichtiger Ruhepunkt für den folgenden Dachteil.

Die Bilder sind gemacht, als Bernd tatsächlich - unnötigerweise - dann da auch runtergefallen ist. Das dies nicht nötig war, hat er kurz danach natürlich bewiesen. Aber das Licht war an diesem Abend eben einfach besser für die Bilder!

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