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        by Jürgen Kremer

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November-2011-Würgau-klein

Das Bild des Monats
November

Frankenjura
 Kuhleutner Wand

Mambos Freude (7)

Kuhleutner Wand: Mambos Freude (7). Michael Renner in der ersten aber sehr harten Stelle, für den angegebenen Schwierigkeitsgrad von 7 muß man da schon ganz schon zupacken. Und gutes Stehvermögen ist auf den seltsamen amschüssigen Tritten auch gefragt.

Nach der ersten schweren Stelle folgt ein seltsamer Linksquergang, bei dem die Füße gut sitzen müssen. Vor allem bei Kälte durchaus nicht leicht, die sehr glatte Wand verzeiht kaum einen Fehler.
Sicherungsmann übrigens: Hans Dassler, erst mit weit über 60 Jahren zum Klettern gekommen. Heute (2001) immerhin stolze 69 Jahre alt. Ich hoffe nur, daß ich in dem Alter auch noch so fit bin wie Hans. Da sage mal einer Klettern hält nicht jung!

Leicht ist diese Stelle wirklich nicht, man sieht schon, wie Michael förmlich an der Wand “klebt”. Scheint hier auch recht sinnvoll, denn die kleinen Griffe im unteren Teil lassen ein “Durchreißen” einfach nicht zu. Daher eine Lebensweisheit eines Bekannten ausgepackt: “Immer auf die Füß stellen”.
Ja, genau: So einen Kommentar hat sich bestimmt schon jeder Kletterer in den schwierigsten Routen gewünscht!

Wilfried Engel, der Bäcker aus Sonnefeld!
Vom “Beck” (Bäcker) Wilfried Engel erstbegangen schleppte mich der irgendwann kurz nach seiner Erstbegehung dahin. Man mag es heute kaum glauben: Außer der klassischen Rißspur im linken Wandteil existierte damals noch keine weitere Route dort. Der Name der Tour wurde von ihm übrigens als “Gedenkweg” für Heinz Heß, ehemals erster Vorsitzender des Coburger Alpenvereins gewählt, welcher viel zu früh an Krebs gestorben war. Er konnte damals die erste Stelle, die die oberen Bilder zeigen nicht frei klettern, man sollte allerdings dazu sagen, daß er schon damals an die 60 war. Wie es im Schwertner Führer dazu kam, daß dort Tamara Schlemmer als Erstbegeherin steht, ist mir allerdings unklar. Auch wenn er die Tour damals nicht frei klettern konnte, für mich bleibt er der Erstbegeher. Er erkannte die Linie, bohrte sie ein, damit ist er der Erstbegeher. Und wenn schon freie Begehung, ich konnte sie gleich (trotz des vertrackten und schweren Einstiegs) frei klettern. Habe mich halt nicht in seiner Kassette verewigt, ging nicht, der Beck war von der schnellen Sorte: Sofort weiter an die nächsten Felsen - ausruhen war da nicht! Soviel nur zur Geschichte, denn ich denke, hier sollte die Geschichte hinter dem Namen schon erwähnt werden.

Hier das Ganze nochmal in Großaufnahme: Die glatte Wand zwingt zum Hinpressen an die Wand, andererseits werden die Trittlöcher dadurch unsichtbar. Aber keine Angst: Nach den harten ersten Metern verliert die Tour bald an Schrecken, die Griffe und Tritte werden deutlich besser. Nur halt nicht zu viel Kraft unten verschwenden, sonst kann die relativ leichtere Lochkletterei oben nochmal schnell zum Hindernis werden.

Deutlich zu sehen: Das Suchen nach den geeigneten Trittlöchern. Klein wenig rauslehnen, Fuß setzen und schon (fast) vorbei. Nach dem Einhängen der Expresse links sollte man/frau eigentlich nicht mehr rausfallen! Daß man/frau dies vor allem bei solch arktischen Temperaturen wie im Frühjahr dies vielleicht dennoch mal tun wird, schändet sicherlich nicht. Hauptsache man hatte Spaß bei der Kletterei.

Michael hingegen hat keinen Spaß am Rausfallen und entscheidet sich daher fürs Durchklettern. Einen Satz eisige Finger muß man sich dafür allerdings dann schon abholen - zumal die Löcher weiter oben dann zwar recht gut sind, im Frühjahr allerdings dafür auch gut naß. Was zur genügender “Kühlung” der Finger weiter beiträgt.

Hier ist die Sache dann eigentlich fast schon in der Tasche. An der Kassette (knapp oberhalb des weißen Streifens) kann man entweder umlenken oder noch über verschiedene Ausstiege ein paar weitere Meter machen. Tragt euch doch ein, aber bitte nur, wenn ihr was nettes reinschreiben wollt. Der “Beck” würde sich freuen.

In der Gesamtansicht wird die etwas komplizierte Linie klarer. Dabei ist die Linie eigentlich überhaupt nicht kompliziert sondern im Gegenteil ein ständiges Ausweichen vor den Schwierigkeiten. In schwerem Gelände die leichteste Linie suchen: Das ist eigentlich richtiges, ursprüngliches Klettern.

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