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Der Herbst ist die schönste Jahreszeit an den Steinfelder Wänden. Hier seht ihr eine Galerie, aufgenommen im
Oktober 2001, anläßlich einer Begehung von Michl Renner.
Wir hatten nur lose ausgemacht, daß wir uns dort treffen würden, irgendwie kam ich auch zu spät raus und
hatte nach einem harten Klettertag am Vortag irgendwie so gar keine rechte Lust, irgendwas zu machen. Ich stellte mich also eher hinten an, hoffte eigentlich eher nicht rechtzeitig dranzukommen, bis
Michl die Westwand machen wollte. Die Tour ist zwar eigentlich nur 7+, dennoch aber recht trickreich. Eine der schönsten Touren in diesem Grad, allerdings wollte ich sie an diesem Tag definitiv nicht
klettern. Also die letzte Abendsonne die Westwand beschien, wußte ich aber, was ich wollte: Photographieren! Ich versuchte irgendwie, Michl in seinem Tatendrang so halbwegs zu stoppen, bis ich über
die benachbarte Jurawand hochgelaufen war und mich zum Umlenker von “Fallstudie” ablassen konnte...
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Michl direkt an dem Band, das ich gerade meinte, oder eigentlich schon ein Band höher, nämlich das Band (nur
einen Meter über dem ersten Band), von dem aus die Schlüsselstelle, eine ziemlich unschöne Plattenstelle mit sehr kleinen Griffen - angegangen werden muß.
Übringens, auch auf die Gefahr hin, daß ich mich verzettele, hier noch eine zweite Geschichte. Irgendwann
war ich mal zu oft in Steinfeld. Keine Ahnung warum, vielleicht wollten andere dort hin und ich habe mich eben einfach angeschlossen, jedenfalls wurde mir das Gebiet mal ziemlich über. Trotzdem sind wir
(die Gründe kenne ich jetzt ehrlich gesagt auch nicht mehr) immer wieder dort hingefahren, irgendwie wußte ich aber nicht so recht, was ich dort treiben sollte. Also suchte ich mir ein anderes Ziel:
Speed! Speed kills, sagt ein Song, das wollte ich dann ja auch nicht, daher bin ich die Westwand im Tope Rope (also mit Sicherung von oben angegangen). Unten mußte aber immer jemand stehen, der die Zeit
nahm!
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Michl schon über der Schlüsselstelle, aber auch dann ist es nicht unbedingt leicht! Die nächste Stelle, die
zu den weißen Flecken auf der rechten Seite hinführt, ist noch mal so, daß es einem auch rausschmeißen kann - wenn man da nicht noch konsequent dranbleibt! Als ich die Tour versuchte rotzupunkten, war
dies für mich die Schlüsselstelle: Nicht nach der Schlüsselstelle rauszufallen!
Zweite Geschichte nächster Teil: Die Zeit! Irgendwann war ich dran an der Minute! 18 Klettermeter in unter
einer Minute? Es ging, die Zeiten bewegten sich zwischen 1.10 und 1.05. Im 5. Versuch, irgendwann, bei dem ungefähr gleichen Licht wie dieses Bild, schaffte ich es: 56 Sekunden für die Tour (im Tope
Rope), Ziel, anschlagen an der Kante zum Ausstieg!
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Dort angekommen, wußte ich schon, warum ich da so hochgehastet war: Das würden gute Bilder werden!
Allerdings auch ein Lauf gegen die Zeit: Hoffentlich verdeckt mir der Schatten der Jurawand nicht zu schnell die Westwand, aber Michl gehört zu den zügigen Kletterern. Hier befindet er sich noch im
unteren Teil, direkt am Band, welches die erste kurze Ruheposition bietet. Allerdings nur für die Arme, die Füße stehen so schlecht, daß auch die Ruheposition für die Arme bald schlecht wird....
Übrigens, will man 7+ einfach so “abknipsen”, lieber wo anders probieren, die Westwand (so popelig der Name auch klingen mag) erfordert viel Technik (Technik hieß früher: Richtig in die Haken
greifen, das ist jetzt hier nicht gemeint), gutes Stehvermögen (läuft für mich irgendwie unter Technik), Taktik (an den richtigen Stellen mal kurz schütteln) und Kraft (wenn man mal nicht an den
richtigen Stellen geschüttelt hat, läuft man in der Route doch recht schnell zu).
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So, daß ist nun endlich wirklich die Schlüsselstelle, ein komischer Seitzieher und ein weiter Zug da oben,
wo ein die Wand diese weißen Flecken aufweißt, hilft hier drüber.
Ach ja, die zweite Geschichte. Ist schon ziemlich kompliziert mir zu folgen oder? Nun, klettern auf Zeit,
das war mir bis dato fremd. Wieso sollte man so etwas unsinniges machen, wenn ich doch - so auf meine Weise - die Tour gut hochkam. Klettern auf Zeit bedeutete Streß, wollte ich das eigentlich beim
Klettern? Jeden Zug, der vielleicht nicht richtig funktionierte bedeutete Zeitverlust, machte man die ganze Sache ein paar Mal, so wurde man an jeder Stelle, die Zeit kosten konnte immer nervöser. Wenn
Du diesen Zug nicht sofort richtig machst, so sind das wieder 10 Sekunden, also schnell drüber - ab und an mußte dann auch das Tope Rope den Sturz bremsen. Nach den ersten guten Versuchen (so um die 1.30
min) wußte ich: Das geht auch unter einer Minute! Und das für eine Tour, die eigentlich an keiner Stelle leicht ist und für den Grad ziemlich viele Rausschmeißer bietet? Geht das wirklich?
Na, mal testen!
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Michl am letzten Zwichenhaken, der Umlenker folgt gleich drauf oberhalb des Bandes.
Zweite Geschichte, zweiter Teil: 2001 waren wir mal wieder in Steinfeld, ich sagte, ich kann das Speed
klettern. Michl stieg darauf ein, Bernd war auch da, sagte ok, mach ich auch mit. Also: Ne gute Kompetition, also los! Zwei Versuche jeder: Michl sage: Glaub ich Dir nicht, wenn Du das schneller kannst
als ich, kriegst Du ein Bier. Bier ist ja mein Lebenselexier, also versuchte ich es. Ich kannte die Tour nicht mehr so genau, eine 1.56 kam bei raus. Michl legte ne 1.36er Zeit hin, Bernd eine 1.38er,
sah nicht gut aus für mein Freibier. Im zweiten Versuch schaffte ich immerhin ne 1. 26er, Michl nur ne 1.28er, also was solls, her mit dem Bier! Das die beiden es dann nochmal im dritten probierten (ich
wollte oder konnte nicht mehr) ist ja hier eigentlich unerheblich, sie unterboten beide meine Zeit, ich wurde letztenendes nur dritter Sieger, hatte aber mein Freibier.... Naja, so kann man sich auch
mit wirklich unwichtigen Dingen noch Freude bereiten! Jedenfalls haben wir viel Blödsinn gemacht, viel Spaß dabei gehabt und das ist doch eigentlich das was zählt oder?
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