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November

Klettern in Lumignano

Welche Art Kletterei findet man hier, wie kommt man zu den Felsen, wieviele Routen gibt es in welchem Schwierigkeitsgrad, wie lange usw. All dies erfahrt ihr hier auf dieser Seite!

Im Bild: Walter Krasser in “Flasch Gordon” (8a).

Kletterinfos Lumignano

Gesteinsart: Kalk, meist löchrig. Im Sektor Centrale oder am Brojon auch gelb, versintert und überhängend. Meist überwiegen aber Platten- und Wandklettereien an grauem Fels.
Lage der Felsen: Meist alle nach Südwesten ausgerichtet, weswegen es im Sommer sicherlich zu heiß zum Klettern sein dürfte. Nur die Sektoren Fungaia, Lumignano Nuova, Americani und Eremo sind nach Osten ausgerichtet, hier verschwindet die Sonne gegen Mittag. Ansonsten meist schöne Nachmittagssonne. Besonders schön ist es, am Sektor Lumignano Classica noch die letzte Abendsonne zu genießen, dies geht vor allem deshalb so gut, weil der Sektor am höchsten liegt, die Sonne daher von Mittag bis Sonnenuntergang draufscheint.
Absicherung: War Lumingnano noch vor 5 Jahren der Horror für jeden, der sich mit rostigen Bohrhaken so einigermaßen auskennt (v.a. wie es da dann innen drin aussieht!), so ist die Absicherung in den meisten Routen inzwischen vorbildlich. Lediglich einige alte Bohrhakenrelikte sind noch nicht ausgetauscht, was sicherlich in nächster Zeit folgen wird. V.a. im Sektor Lumignano Classica und am Monte Brojon findet man noch einige dieser Zeitgenossen. Zu erkennen sind sie meist an der deutlich dünner wirkenden 8mm Schraube mit Aluplättchen und daran, daß die Schraube dann meist auch angerostet ist. Insgesamt kann man aber sagen, daß die Absicherung in fast allen Routen sehr gut bis gut ist, so daß Klemmkeile getrost in der heimischen Aservatenkammer gelassen werden können. Was jedoch nicht heißen soll, daß nicht aufmerksam gesichert werden muß!
Zugang zu den Felsen: Der größte Vorteil von Lumignano: Alle Felsen können vom Ort aus bequem auf Wanderwegen erreicht werden. Für die oberen Sektoren (Classica, Minetti) parkt man am besten am Frühstücksplatz an der Via Priare Vecchie, für die unteren Sektoren (Chiesa bis Brojon) am besten am Parkplatz beim Dorfplatz direkt an der Kirche. Eigentlich bleibt sich das aber gleich, wer einen Parkplatz am Frühstücksplatz hat und dort stehen bleiben möchte, der läuft halt die 5min durchs Dorf. Übrigens recht interessant, außer, daß in Lumignano sehr viele Hunde gehalten werden, bekommt man auch sonst viele interessante Einblicke ins Dorfleben. Sei es, daß einem eine Schafherde begegnet, daß einen die Einheimischen freundlich ein “Bon Giorno” hinterherrufen oder sonst was.
Gehzeit zu den Felsen: Nicht so weit, daß man wirklich ins Schwitzen geraten könnte, aber auch nicht so kurz, um sich “kurz mal Kippen (zu) holen”. Die Gehzeit hoch zum Sektor Classica (Vom Frühstücksplatz aus) beträgt etwa 12 bis 15 Minuten, ebensoweit ist es in etwa zu den Sektoren Chiesa bis Americani (Vom Dorfplatz an der Kirche aus). Am weitesten zu gehen ist es zum Sektor Brojon, wo man (je nachdem, ob man das auch gleich findet) ca. 25 bis 30 Minuten Gehzeit auf sich nehmen muß. Dafür erwartet einen an guten Tagen auch eine phantastische Aussicht und eine nahezu unerschöpfliche Tourenauswahl, von denen die meisten das Prädikat “Sehr Gut” tragen. Dennoch: Aufgrund der nicht zu kurzen Gehzeiten empfiehlt es sich meist, noch eine Stulle und ein Bier einzupacken und die Mittagspause einfach - in der Sonne liegend - unter den Felsen zu verbringen.
Wandhöhe: ACHTUNG!!!! Zwar ist in vielen Sektoren ein 60m Seil ausreichend, mit kürzeren Seilen sollte man allerdings auf gar keinen Fall nach Lumignano anrücken! Die neuen Routen sind oft so gebohrt, daß sie auch wirklich jeden Meter Kletterlänge ausnutzen, was bedeutet, daß man selbst an - nach Augenschein eher kleineren Sektoren - sein 60m Seil durchaus gebrauchen kann. Die Längenangaben im Führer sind oft auch von der Beginn der Kletterschwierigkeit aus gerechnet, was bedeuten kann, daß der Sichernde noch ein paar Meter tiefer steht, steht er zum Beispiel 3m tiefer, bedeutet das immerhin 6m mehr Seil, die nötig sind, um den Kletterer wieder zum Boden zurückzulassen. In vielen Sektoren wird allerdings ein 70m Seil vorausgesetzt. Besser also mit einem 70er anrücken als jemand zum Boden unsanft ablassen!
Beste Jahreszeit: Hier kann man eigentlich nix rechtes empfehlen, außer das man im Sommer nicht nach Lumignano fahren sollte! Im Herbst finden sich hier oft recht stabile Hochdruckwetterlagen, im Frühjahr kann es - wenn kein stabiles Hoch vorhergesagt ist, oft auch recht ungemütlich werden. Der bekannte oberitalienische Nebel kann dann ein Klettern in Lumignano nicht zu dem ungetrübten Vergnügen werden lassen, daß erkennt man schon an den Hinweisschildern auf der Autobahn (50km in Casa di Nebbio)
Sektoren: Der Führer weist 18 Hauptsektoren aus, wobei die Hauptsektoren auch jeweils in “Untersektoren” eingeteilt sein können. Touren an den jeweiligen Sektoren:

Sektoren auf der Ostseite, seltener besucht:
1) Fungaia
2) Lumignano Nuova

Sektoren am Hauptmassiv auf der Südwestseite, komplett neu eingebohrt und v.a. im Frühjahr und Herbst mit entsprechender Sonneneinstrahlung:
3) Lumignano Classica (der größte Sektor, im Führer aufgeteilt in 6 Einzelsektoren, Potential für mindestens 3 Klettertage)
4) Minetti: Ein nicht zu unterschätzender Sektor, auch wenn sich die Bewertungen hier meist nicht überschlagen. Aber: Vorsicht! Hier kann man auch in 6a’s alt aussehen und die Wand ist höher gebohrt, als sie von unten aussieht. Wer mit einem kürzeren als einem 60m Seil hingeht, der kommt auf keinen Fall wieder zum Boden runter!
5) Il Naso di Bicio: Etwa 50m rechts des Sektors Minetti gelegen, mit schönen Touren um den Grad 6a
6) Piramide: Weiter rechts oberhalb des Sektors Minetti gelegen, baut sich die Piramide auch wirklich als solche auf. Wer eine Tour wie “Lapp Doll” (6c) in einem Stück klettern kann, gehört schon zu den Größen des Sports oder hat halt einfach 25 Exen dabei.
7) Anfiteatro: Sehr großer Sektor mit etwas abenteuerlichem Zustieg. ACHTUNG HIER!!!!! Der Führer empfiehlt ein 60m Seil, das reicht in den meisten Fällen nicht!!! Wer hier klettern will, sollte unbedingt ein 70m Seil parat haben!
8) Casetta: Auch hier sollte man das 70er in Händen halten, ansonsten wird es beim Ablassen wirklich fürchterlich knapp! Der Sektor liegt direkt am Weg, in Richtung der Sektoren Chiesa.
9) Chiesa Vie Lunghe: Ja lang sind die Wege hier wirklich, auch hier sollte immer das 70er bereit sein, will man einige der Touren klettern. Der Sektor von Chiesa, welcher am weitesten links ist.
10) Chiesa Riga Rossa: Ein Sektor, in dem selbst mit einem 70er Seil nicht mehr viel anzufangen ist. Einfachste Möglichkeit, um die “Red Line” (6c) zu klettern: Bis oben durchklettern (übrigens wird das Seilgewicht bei 45m Kletterlänge zum nicht mehr zu unterschätzenden Gewichtsfaktor), dann zweimal abseilen, ein Stand befindet sich in der Mitte der Route. Beindruckende Führe, die von unten bis oben einem deutlichen roten Streifen folgt!
11) Chiesa Classico: Ebenfalls sehr hoher Sektor, bei dem ein 60m Seil nur reicht, wenn man wirklich direkt am Einstieg steht und trotzdem gegen eventuelle “Unfälle” noch einen Endknoten ins Seil macht. Wie alles, was in Italien so “Classico” heißt bereits etwas glatter, das schadet aber im Normalfall gar nicht, schon es doch zumindest die Hornhaut der in anderen Sektoren so schnell angegriffenen Hände.
12) Chiesa Destra: Für den rechtesten Teil der “Chiesa” Sektoren kann man dann wieder das sportliche 50m Frankenjuraseil auspacken. Die Routen sind hier nie höher als 20m und hauptsächlich geprägt von sehr kräftigen Einstiegsbouldern

Sektoren am Hauptmassiv auf der Ostseite, ebenfalls komplett neu eingebohrt, aber im späten Frühjahr und im frühen Herbst angenehmer, da die Sonne etwa ab Mittag verschwindet.
13) Americani: ca. 17-20m hoher Felsriegel, etwas schwer zu finden. Vom Sektor Eremo aus etwa 200m nach links bis zu einem kleinen, überhängenden Boulderwändchen. Links des Wändchens an einem gespannten Seil nach oben und nach rechts zu den Felsen.
14) Eremo: So benannt nach der benachbarten Eremitage, die etwas weiter oben liegt. Vom Parkplatz an der Kirche nach rechts und den bezeichneten Wegen in Richtung Brojon folgen. Nach ca. 800mn erkennt man den Sektor links oben, in wenigen Metern zum Sektor. Sehr schöne Wand- und Überhangklettereien, mal wieder länger als es von unten aussieht, da der Umlenker wirklich erst oben fast im Gras steckt. Dennoch ist ein 60m Seil hier ausreichend.

Sektoren am Monte Brojon: Etwas weiter (ca. 25min) zu gehen, dafür (wenn es der oberitalienische Nebel zuläßt) mit genialer Aussicht!
15) Brojon: Geht man (was zu empfehlen ist) vom Parkplatz bei der Kirche los, so stößt man als erstes auf diesen Sektor. Sehr schöne Wandklettereien in Graden zwischen 6a und 7a, sehr lohnend. Leider sind hier in einigen Routen noch alte, wenig vertrauenserweckende Alu-Platten an 8mm Schrauben drin, daher erst mal kucken, wo man so einsteigt. Wir sich aber sicherlich bald ändern....
16) Pilastro: Extrem beindruckende Wandflucht, durch die man durch ein Kriechloch kommt, indem man vom Sektor Brojon nach rechts quert. Allerdings sollte auch hier das 70m Seil nicht im Auto geblieben sein, hier ist es wirklich nötig! Aber nicht nur ein 70er ist nötig, auch Klettervermögen nicht unter 7c ist hier gefordert, sonst macht es kaum Sinn, in eine der Routen am Pilastro einzusteigen.
17) Strabiombi del Brojon: Anstrengend wird es hier im wahrsten Sinne des Wortes, ist doch mit Ausnahme weniger “Ausreißer” nach unten hier keine Tour unter 7c+ zu holen! Dennoch: Überhangspezialisten kommen hier auf ihre Kosten, ist doch keine Tour wirklich höher als 15m, allerdings sollte man dabei die Ausladung von knapp 10m auch nicht vernachlässigen... Der Hinweg auch so ein Abenteuer, man geht vom Sektor Pilastro weiter nach rechts, kommt an ein Drahtseil und schleppt sich so mehr oder minder auf allen Vieren über ein abschüssiges Band, bis man mit einem Steigbügel (der sich klarerweise immer nach hinten klappt, wenn man ihm mal gerade bräuchte) auf das obere Band, welches dann nach links in 20mn zum oberen Sektor führt.
18) Brojon Basso: Etwas vernachlässigter Sektor unterhalb des Monte Brojon auf der rechten Seite. Wenn man vom Parkplatz an der Kirche kommt, passiert es leicht, daß man den Weg Richtung Brojon verfehlt, was einen unweigerlich zu einer (abgesperrten) Höhle führt, in der die Skelette eines Höhlenbären gefunden wurden. Von hier aus nach rechts den Wanderweg absteigen, bis man zu dem zum Teil glatten, teils gelben Sektor kommt. Lohnend hier: Facili Dolori (6c), dagegen unbegreiflich: Il Ritorno di Bidi Bo (6b).

KarteLumiThumb
Um zum Lageplan der Sektoren zu kommen klickt hier! oder auf das Bild.

 

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