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November

Sardinien
 Trauminsel im Mittelmeer

Reiseinformationen - die Fähren nach Sardinien

Wie kommt man nach Sardinien? Als Tourist eine eindeutige Frage (mit dem Flugzeug, zwei Stunden von Frankfurt), als Kletterer ebenso eindeutig: Mit dem Auto. Warum? Die Klettergebiete sind auf der Insel überall verstreut und es ist kaum möglich, zu Fuß oder mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu den Felsen zu gelangen (einzige Ausnahme: die Klettergebiete von Isili, die ohne Auto von der Stadt aus in ca. einer 3/4 h zu Fuß zu erreichen wären). Weiterhin verpaßt man viel von der Schönheit im Land, wenn man nicht mit dem Auto unterwegs ist.
Mit dem Auto unterwegs zu sein, bringt allerdings auch Nachteile: Sardinien ist weiter südlich, als man es ihm ansieht: Man plant die Reiseroute daher sinnvollerweise so:
(rechte Seite)

1. Tag: Lichtenfels-Arco: ca. 6 Stunden (ab Nürnberg ca. 5 Stunden), meist möglich, am Abend noch zu fahren. Vorsicht bei der Planung, daß nicht Donnerstagsfeiertage dazwischen liegen, dann kann die Fahrt deutlich länger dauern.
2. Tag: Arco - Livorno: ca. 4 Stunden. Wenn man nachts in Arco ankommt, kann man am nächsten Tag noch bequem einen dreiviertel Klettertag einschalten, da die Nachtfähre erst um 21.00 Uhr wegfährt!
2. Tag: Nacht: Fähre nach Sardinien. Die Nachtfahrt hat den deutlichen Vorteil, daß man sich einen ganzen Urlaubstag spart. Nachteil ist allerdings, daß man über Nacht auf der Fähre ist, nicht jeder kann bei dem Motorengeräusch schlafen! Die Nachtfahrt dauert ab Livorno ca. 10 Stunden, ein- und auschecken mitgerechnet ca. 12 Stunden.

Welche Fähren fahren wo? Hier jedenfalls fahren keine! Wir hatten uns etwas zu leichtsinnig auf die Informationen im Internet verlassen, nachdem von Genua, La Spezia und Livorno eigentlich immer Fähren fahren. Dies ist grundsätzlich auch richtig, mit einigen Einschränkungen: 1. Sie fahren meist nachts oder früh, kommt man dagegen am Tag an die Stationen, ist alles wie tot. Bei einigen Linien kann man nicht mal Informationen bekommen, wann denn nun die nächste Fähre losfährt. Schranke dicht und fertig! Dann plötzlich meist sehr seltsam: Zwei Stunden vor Abfahrt plötzlich hunderte von Leuten da, hecktische Betriebsamkeit, Aufregung, Fußpilz (igit) und eine viertel Stunde nach der Abfahrt: Tot! Wieder das gleiche Bild wie vorher. Die etwas teuereren Fährgesellschaften wie Sardinia Ferries oder Mobi Lines unterhalten dagegen Büros, die auch am Tag offen gehalten werden, hier kann man sich die nötigen Informationen besorgen!

Die einfachste Möglichkeit, auf die Fähren zu kommen ist allerdings das Internet oder das Reisebüro. Im Reisebüro kann man sich bereits fertige Fahrscheine für einen bestimmten Tag holen, selbiges gilt auch für das Internet. Für beide gilt allerdings: Bei manchen Fährgesellschaften muß man sich das dort erworbene Ticket im Hafenbüro nochmals umtauschen in den eigentlichen “Fahrschein”. Eine etwas nervige Angelegenheit, fragt man sich doch: “Na wieso habe ich eigentlich schon vorher gebucht, wenn ich doch jetzt wieder in der Schlage stehe?”, aber das ist halt so. Wird wohl bei den meisten Fährgesellschaften auch bald anders werden, dann kann man sich den Fahrschein (bei einigen geht das schon heute) schon direkt daheim an seinem Drucker ausdrucken und muß sich nur noch hinstellen und warten, bis der Seelenverkäufer endlich ablegt. Apropos Seelenverkäufer (stimmt nicht, die Fähren nach Sardinien sind vom ADAC getestetet und haben überwiegend sehr gut abgeschnitten): Wie kommt man auf das Schiff, wie bewegt man sich dort:

Fährlinien:
Im unten stehenden Bild werden die Fährverbindungen vom Festland nach Sardinien gezeigt. Nähere Informationen darüber bietet die Seite www.sardinien.com die über Links euch auch direkt zu den Fährgesellschaften und zur Online-Buchung leitet.

Das Bild zeigt die möglichen Fährenverbindungen nach Sardinien. Am meisten angefahren wird die Strecke Livorno oder Genua nach Olbia oder Golfo Aranci. In den Sommermonaten existiert eine Schnellfähre von Civitavecchia nach Olbia, sicherlich sehr lohnend, weil sich die Fahrzeit auf knapp die Hälfte verkürzt. Allerdings sind die Sommermonate auch nicht so die Reisezeit für Kletterer, siehe nächste Seite (beste Reisezeit). Bei Sardinia Ferris wurden allerdings im Juni 2001 zwei neue Fähren in Betrieb genommen, die die Strecke Livorno - Golfo Aranci in fast der Hälfte der Zeit schaffen, bei Nacht dürfen sie allerdings nicht so schnell fahren, wodurch man dann wiederum um die obligatorischen 10 Stunden Fahrzeit nicht herumkommt.

Für Informationen über Reisezeit, Straßenverhältnisse, Preise uvm. klickt auf das unterste Bild oder diese Schrift

Um zurück zur Sardinien - Hauptseite zu kommen, klickt hier.

Im Bild: Typische Hafenszene vor der Abfahrt: Autos, Busse und LKW’s stellen sich im Normalfall in chaotischer Weise einfach irgendwo hin, die Besatzung ordnet beim Einfahren das Chaos und verzurrt die LKW’s gegen Umfallen oder Wegrollen. Der Laderaum der Fähren darf nach dem Beladen nicht mehr betreten werden, es ist daher sinnvoll, sich nach oben die nötigsten Sachen mitzunehmen. Für eine Deckspassage sinnvoll ist: Schlafsack, Iso-Matte, 2 Kunststoff-Becher und mindestens eine Flasche Wein (pro Mann/Frau!), da sonst auf den Fähren kaum Schlaf zu finden ist. Die Lösung “Kabine” scheidet für die meisten Kletterer aus Kostengründen ohnehin frühzeitig aus, und der Sperrsitz entpuppt sich als ekelhafter Kinositz, der nicht zurückzuklappen geht, schlafen: Unmöglich! Besser an Deck pennen, eventuell noch ein Paar Ohrenstöpsel verwenden. Auch nicht vergessen: warme Sachen! Auch wenn an Land die dreißig Grad-Marke bereits weit überschritten ist, kann es an Deck während der Fahrt empfindlich kühl werden.

Bild kurz vor der Ankunft in Golfo Aranci. Ab etwa halb sechs Uhr kommt langsam wieder Leben ins Nachts so träge dahinzugeiten scheinende Schiff. Man kann sich Kaffee und Frühstück holen, manchmal wohl sogar recht nötig, übersteht man doch meist eine Nacht auf dem Schiff nicht vollkommen “knitterfrei”. Die Preise auf den Schiffen liegen natürlich etwas höher, wer es noch aushält, wartet bis zur Ankunft.

Wenn man die richtige Jahreszeit wählt, ist zumindest eines so, wie man es sich erwartet, nämlich der stets blaue Himmel.

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