|
Verkehrsmittel: Trotz der recht langen Zeit, die man am Steuer seines Wagens verbringt, bieten sich für den
Kletterer ansonsten wenig Alternativen an. Denkbar wäre hier noch Flugzeug und Mietwagen, was einen allerdings in ernsthafte Gepäckprobleme stürzen könnte, denn Klettern in Spanien kann auch oftmals mit einigem
Aufwand verbunden sein. Ebenso andere öffentliche Verkehrsmittel wie Bahn oder Busse scheinen in den meisten Klettergebieten nicht so verbreitet, dass ein leichter „Zustieg“ zu den Felsen möglich wird. Also
doch wieder das eigene Auto benutzen, wobei allerdings das eigene Wohnmobil hier nochmals unschätzbare Vorteile brächte (s.u.)
Fortbewegung im Land: Außer der Küstenautobahn über Barcelona bis Alicante und Murcia (die man aber dummerweise
braucht!) gibt es in Spanien relativ wenige Mautstrecken, dafür wird aber dann auf dieser Straße ordentlich abkassiert! Bei geschickter Reiseplanung kann man diese Mautstrecken allerdings relativ gut umgehen, was
die Fortbewegung oft noch nicht mal sonderlich langsamer macht, da viele Bundesstraßen in Spanien recht gut ausgebaut sind und außer derjenigen Städte, für die noch keine Umgehung existiert ein gutes Vorrankommen
erlauben. Während inner Orts die Geschwindigkeitsbeschränkungen meist eingehalten und anscheinend auch gelegentlich kontrolliert werden (50 km/h), verliert der gemeine Spanier außerorts meist jegliche
Geschwindigkeitsdisziplin. Bei erlaubten 90 km/h kam es regelmäßig dazu, dass Spanier reihenweise zum Überholen ansetzten, obwohl meine Tachonadel schon über der 120er Marke umherzitterte. Auch auf den Autobahnen,
auf denen generell 120 km/h erlaubt ist, bewegt sich die durchschnittliche Reisegeschwindigkeit deutlich darüber, was allerdings wahrscheinlich auch hier seltener kontrolliert wird, wären doch auch hier 100% aller
Fahrzeuge mehr oder weniger ein Fall für das Strafmandat.
Unterkunft: Meist bietet hier der eigene Campingbus wirklich unschätzbare Vorteile, da ansonsten teilweise sehr
weite Fahrten von der Unterkunft bis ins nächste Klettergebiet anstehen. Wildes Zelten wird auch teilweise nicht sonderlich gerne gesehen, bleibt also für den Nicht-Wohnmobil-Besitzer nur Pensionen oder
Campingplätze.
Campingplätze: Die Campings sind nach meiner Erfahrung fast ausschließlich recht gut und sehr sauber, liegen dafür aber preislich mit 15 bis 20 Euro pro Nacht (immer gerechnet für zwei
Personen, Zelt und Auto) schon deutlich über den französischen „Camping Municipals“, die meist noch für unter 10 Euro Übernachtungen anbieten. Eine – jedoch nicht immer geöffnete Möglichkeit der
Übernachtung sind die meist sehr einfach gehaltenen „Zona Acampada“s, also Campingzonen meist ohne festen Platzwirt. Man meldet sich in der örtlichen Gemeinde an und später wieder ab. Dies kann allerdings ohne
ausreichende Spanischkenntnisse oft auch zu einem zeitaufwändigem Verwirrspiel werden.
Pensionen: Die heißen in Spanien Hostals und bieten in einigen Klettergebieten Übernachtungsmöglichkeiten. Dort muß dann
meist ab 30 Euro pro Nase dann auch schon etwas tiefer in die Tasche gegriffen werden, weiterhin befindet sich bei weitem nicht überall ein Hostal, wo man es denn auch gerne hätte. In Chulilla beispielsweise
existiert nur eines von der Sorte – und das war dann wegen Familienfeier auch noch geschlossen! Vielfach hilft bei der Suche nach einer geeigneten Unterkunft dann allerdings auch der Kauf des lokalen
Kletterführers, die hier mit Anzeigen die Suche nach dem geeigneten Quartier etwas erleichtern.
Kartenmaterial: Man glaubt es kaum aber Spanien ist groß, furchtbar groß sogar. Allein von der spanischen
Grenze bis Valencia (das recht große Klettergebiet von Chulilla liegt hier nicht weit entfernt) sind ca. 500 km Fahrstrecke nötig, wer dagegen vor allem im Winter die wärmeren Gebiete am Meer bei Calpe bevorzugt,
muß hier nochmals 150 km draufaddieren. Die Klettergebiete sind oft etwas versteckt, was eine recht genaue Karte notwendig macht, 1: 300.000 sollte es schon sein, mit einer Übersichtskarte aus dem Reiseatlas
kommt man da meist nicht so sonderlich weit. Unterschiedliche Karten unterschiedlicher Verlage bekommt man beispielsweise bei http://www.buch24.de sogar versandkostenfrei angeboten, hier gibt es genügend Auswahl an Karten und Reiseliteratur und der Service ist hervorragend, so daß z.B. auch bei Teillieferungen keine Versandkosten berechnet werden.
|