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November

Klettergebiete in Spanien
Spaniens Norden:
Das Klettergebiet von Montserrat und seine seltsamen Haken

Die seltsame Absicherung, die sich lange Zeit in den langen Routen des Montserrat befand und sich z.T. auch heute noch darin befindet, ist nicht mit drei Worten erklärt, vielmehr handelt es sich hier um eine der skurilsten Absicherungsmethoden, die der Klettersport hervorgebracht hat. Hier nun (mit Bild, sonst versteht das wirklich niemand) ein Versuch der Erklärung.

Bild links: Absichung in den langen Routen in Montserrat.

Darin bedeutet:
1) Fels
2) gebohrter Stift
3) Hakenöse

 

Nun aber die Frage:
Wie funktioniert dieses System?

Das Absicherungssystem ist zwar nicht unbedingt blöd, jedoch für den nicht “Uneingeweihten” sehr schwer zu durchschauen, daher hier die Aufklärung:
Im Fels (1) befindet sich lediglich ein gebohrter Stift (2), Durchmesser 10mm, allerdings mit einer Aussparung, Durchmesser 8mm. Die Hakenöse (3) ist dagegen vom Kletterer mitzubringen. Sie besitzt ein kreisrundes Loch (Durchmesser 10mm) und ein anschließendes Langloch (Durchmesser 8mm). Was passiert also: Phase 1: Kletterer klettert Stift an. Steht vor dem Stift und schaut dumm, da er nix einhängen kann. Phase 2: Kletterer nimmt die Hakenöse vom Gurt. Die Hakenose passt allerdings nur an dem kreisrundem Loch über den Stift (im Bild oben). Man kann sie bis in die Ausfräsung des Stiftes schieben. Anschließend (und jetzt kommt der Gag) wird die Hakenöse um 180° gedreht und nach unten über das Langloch geschoben (Ausfräsung am Stift und Langloch beide 8mm) und die Öse hängt mit dem 10mm Loch nach unten. Phase 3: Einhängen eines Karabiners. Die Karabiner haben meist einen Durchmesser größer als 8mm, so daß sich die Öse nicht mehr drehen und von dem Stift herunterrutschen kann, da ja das große Loch durch den Karabiner blockiert ist.

Einziger Nachteil des Systems: Phase 4: Kletterer fliegt ab zwischen Phase 1 und 3, bis er die Öse auf den Haken draufgefummelt hat. Weiterer Nachteil: Man muß jemanden kennen, der solche Dinger hat, denn man braucht logischerweise für jeden Haken auch eine eigene Öse und das können in den vielen, zum Teil nur technisch zu kletternden Wänden an der “Außenseite” des Klosters bis zu 20 Stück pro Seillänge sein. Na denn viel Vergnügen...

Daher habe ich euch gleich mal unten ein Topo von den hohen Wänden in Montserrat angehängt, damit ihr gleich wißt, worauf ihr euch da einlaßt bei so einer Geschichte....

Topo: Die Paret de l’Aeri im Montserrat. Für diejenigen, die mit der alpinen Nomenklatur nicht ganz so vertraut sind: Waagrechter Strich durch den Stand bedeutet: Guter Stand, 45° Strich bedeutet: Na ja, ziemlich beengt und senkrechter Strich bedeutet: Hängestand. Die technische Bewertung mit dem untergestellten e bedeutet in etwa: Technisch so schwer, wenn die Haken halt denn da wären, was bedeutet, daß man sie meist erst anbringen muß, bevor die technische Schwierigkeit so geklettert werden kann.

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